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Bremen in hygienischer Beziehung / hrsg. von Tjaden. Unter Mitw. der Herren: H. Becker, Böhmert, Delbrück
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Kanalisation.

Von Baurat E. Graepel.

a) Rechtes Weserufer.

Die Stadt am rechten Weserufer besteht aus der Altstadt und der Vorstadt.

Die Straßen der Altstadt hatten bis Ende der dreißiger Jahre vorigen Jahrhunderts eine oberirdische Entwässerung, und zwar wurde das Wasser durch zwei je auf beiden Seiten oder auch durch eine in der Mitte der Straße liegende Renne direkt oder mittels offener Gewässer der Weser zugeführt. Solche offene Gewässer waren vornehmlich die Große Balge, die Klosterbalge und die Kleine Balge.

Bis zum Jahre 1834 hatten die Grundbesitzer der Stadt vor ihren Grund­stücken das Pflaster der Straßen, einschließlich der Straßenräume, nach Anschluß zu unterhalten, wobei sie, sei es auf Aufforderung der Polizeidirektion oder aus eigenem Antriebe, die erforderlichen Arbeiten selbst anordneten und aus­führen ließen. Die Mangelhaftigkeit eines solchen stückweise und ohne Rück­sicht auf einen allgemeinen Plan ausgeführten Straßenbaues führte dazu, daß durch eine obrigkeitliche Verordnung vom 24. November 1834 die Ausführung der Bepflasterungsarbeiten vom Staate übernommen wurde. Von dieser Zeit an trat dann auch das Bestreben hervor, die Abwässerungsverhältnisse zu ver­bessern, und zwar wurden zunächst die oben erwähnten offenen Gewässer kanalisiert. Die Kanäle erhielten eine rechteckige Form und wurden aus Platten zusammengesetzt, entweder horizontal oder ausnahmsweise, wie bei der Großen Balge, dachtörmig abgedeckt. Wenn nun auch mit der Kanalisation der offenen Gewässer die schlimmsten Ubelstände beseitigt waren, so zeigten doch auch die offenen Straßenrinnen, welche, der horizontalen Lage vieler Straßen entsprechend, zum Teil nur ein sehr geringes Gefälle hatten und un­vollständig abflössen, so große Übelstände, daß allmählich auch dafür unter­irdische Kanäle hergestellt werden mußten. Die augenscheinlichen Erfolge, welche mit den ersten Anlagen dieser Art erzielt wurden, brachten die Aus­führung der unterirdischen Anlagen dann bald immer mehr in Fluß, so daß schon Ende der fünfziger Jahre alle Straßen von einiger Bedeutung unterirdisch entwässerten. Die größeren Kanäle Avurden auch hierbei aus Platten zusammen­gesetzt, während die kleineren Kanäle aus durch Platten abgedeckten, oder mit der Hohlseite aufeinandergelegten, nahezu halbkreisförmig ausgehöhlten Sand­steinrinnen gebildet wurden. Später, wie sich allmählich die Erkenntnis Bahn