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Bremen in hygienischer Beziehung.
Unter den Berufszweigen des Handels steht naturgemäß der Großhandel obenan. Zählen wir zu ihm noch die unter Handelsvermittelung zusammengefaßten Berufe wie die Hafenbetriebe, die Kommissions- und Speditionsbetriebe, die Agenturen usw., so übertrifft er nach der Zahl der im zugehörigen Personen jede andere Berufsgruppe.
Um auch einen Überblick über die gesamte Berufstätigkeit des bremischen Staatsgebietes zu geben, fügen wir noch die Tabelle auf Seite 50 hinzu. Sie gibt die Zahl der Berufstätigen in den wichtigsten Berufsgruppen in ihrer Entwicklung seit dem Jahre 1875 an. Nach dieser Tabelle ist auch die beigefügte graphische Darstellung entworfen. Diese zeigt den Zuwachs, den jede einzelne Berufsgruppe in den einzelnen Jahrfünften an Berufstätigen aufzuweisen hat. Wenn in einer einzelnen Periode ein Rückgang an Berufstätigen eingetreten ist, so ist dies dadurch angedeutet, daß die entsprechende Einzeichnung auf der linken Seite des Mittelstrichs erfolgt ist.
TU. Statistik der Geburten, Heiraten und Sterbefälle.
Das Bremische Material über die Geburten, Heiraten und Sterbefälle geht in lückenloser Folge bis zum Jahre 1826 zurück. Seit dem Jahre 1870 kommen zu den Aufzeichnungen der Kirchenbücher und Standesbeamten noch die Totenscheine hinzu, auf denen vor allem die meist von Ärzten bescheinigte Todesui'sache von Interesse ist. Somit stehen uns diese Angaben in einer Vollständigkeit zu Gebote, die nur in wenigen größeren Städten vorhanden ist.
Die folgende Tabelle läßt die Bewegung der Geburts-, Heirats- und Sterbeziffer im bremischen Staate seit dem Jahre 1826 erkennen. Die entsprechenden Ziffern sind zwar auch für die Stadt Bremen vorhanden. Da jedoch der Gebietsumfang der Stadt und damit der Anteil der schnell wachsenden Vorstädte mit ihrem zahlreichen jüngeren Nachwuchs mehrfach gewechselt hat, dürfte die Gesamtziffer für das Staatsgebiet ein zutreffendes Bild geben.
Die Tabelle zeigt, daß die Geburtsziffer im Anfang der beobachteten Periode verhältnismäßig niedrig war. Da die Fruchtbarkeit der Ehen in jener Zeit unzweifelhaft größer war als jetzt, so wird diese auffällige Tatsache wohl damit zu erklären sein, daß ein, freilich nicht ziffernmäßig nachweisbarer, Teil der Geburten nicht zur Nachweisung gelangt ist. Man wird dabei vor allem an tot geborene oder alsbald nach der Geburt verstorbene Kinder zu denken haben. Dazu kommt dann, daß der Prozentsatz der Ledigen in früheren Jahrzehnten größer war als jetzt. Die Geburtsziffer stieg dann langsam und erreichte in den Jahren 1848—1852 vorübergehend einen Höhepunkt, der jedoch in den darauf folgenden Jahren von einen scharfen Rückgang abgelöst wurde. Vom Jahre 1863 folgt dann ein kräftiges Ansteigen bis zu dem Geburtenmaximum, das in den Jahren 1874 — 76 mit dem außerordentlich hohen Prozentsatz von mehr als 43 Geburten auf 1000 Einwohner erreicht wurde. Von da