Dr. Bölnnert, Bevölkerungsstatistik.
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Hastedt zahlreiche Einfamilienhäuser für besser bezahlte Arbeiter gebaut worden. Für die Zukunft wird freilich das kleine Einfamilienhaus für die arbeitende Bevölkerung immer weniger in Betracht kommen. Eine der wichtigsten Fragen der bremischen Wohnungspolitik ist es daher, den Typus eines mehrstöckigen, für mehrere Familien bestimmten Hauses zu finden, der die großen Mängel vermeidet, die dem jetzt üblichen bremischen Mehrfamilienhause anhaften.
Die folgende Tabelle zeigt die Verbreitung der Ein- und Mehrfamilienhäuser iu den wichtigsten Stadtteilen nach dem Stande des 1. Dezember 1905. Die große Zahl der Einfamilienhäuser in der Alt- und Neustadt erklärt sich zum Teil daraus, daß viele größere Geschäftshäuser nur von einer Familie, der des Hausmeisters, bewohnt sind. Doch sind auch eigentliche Einfamilienhäuser stark verbreitet, besonders iu den für Bremen charakteristischen „Gängen" und „Höfen".
Zahl der
Privatwohngebäude
Von je 100 Privat
mit
wohngebäuden
1
2
3 u. mehr
waren Einfamilien
häuser
Haushaltungen
1871
1905
Altstadt...........
1.362
508
391
49.5
60.2
Neustadt..........
1.101
450
212
57.7
62.5
Vorstadt:
3.929
1.920
737
58.0
59.7
898
367
123
64.2
64.7
2.649
2.958
2.021
54.3
34.7
901
1.064
1.064
?
29.8
2.271
1.103
394
81.5
60.3
13.111
8.370
4.942
58.5
49.6
IV. Die Haushaltungen.
Bei der Volkszählung des Jahres 1900 ist die Zusammensetzung der Haushaltungen in besonders eingehender Weise untersucht worden, so daß wir nur über wenige Großstädte in dieser Hinsicht so vollständig unterrichtet sind wie über Bremen. 1 ) Der Baum verbietet uns ein näheres Eingehen auf diese verwickelten Verhältnisse. Wir müssen uns mit einer kurzen Skizzierung der wesentlichen Ergebnisse begnügen und verweisen im übrigen auf die in der Anmerkung angegebenen Schriften.
Bei der Betrachtung der Haushaltungen müssen zunächst die sogenannten „Anstalten" ausgeschieden werden, in denen im Jahre 1900 in der Stadt Bremen 4700 Personen (davon 3225 Anstaltsinsassen) wohnten. Es sind das
*)Vgl. Die Volkszählung vom 1. Dezember 1900 im bremischen Staate, Band I, p. 241 bis 266. Band II, Die familienfremden Hausgenossen und ihr Einfluß auf die Wohnungsverhältnisse (zugleich Nr. 1 der Mitteilungen des Bremischen Statistischen Amts vom Jahre 1904.). 53 p.