C. Dr. Focke, Zur Naturkunde.
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lernte er auch das unwegsame Moor zu festigen und in Acker- und Weideland umzuwandeln. Auf den das Moor durchragenden .Rücken alter Dünen entstanden die ersten Kolonien bei Lilienthal und im St. Jürgenslande. Heute gibt es bei Bremen kein wildes Land mehr; auf der Geest werden die Heideländereien stetig kleiner, und auch sie müssen längst dem Menschen einen kargen Zins bringen.
C. Zur Naturkunde.
Klima ron Bremen.
Lit.: Deutsches Meteorolog. Jahrbuch. Freie Hansestadt Bremen. Jahrg. I—XVI, herausgegeben von Prof. Dr. Bergholz. Bearbeitet von Med.-Bat Dr. W. O. Focke.
Die ersten zuverlässigen Aufzeichnungen über Luftdruck und Temperatur in Bremen rühren von dem Astronomen W. Olbers her; sie sind aber nur für die Jahre 1803—13 vollständig. Spätere Beobachtungen sind von ungleichem Werte; den Anforderungen der neueren Wissenschaft genügen vollständig erst diejenigen, welche seit 1889 durch Herrn Prof. Bergholz angestellt wurden. 1890 wurde die Beobachtungsstelle als Meteorologische Station erster Ordnung eingerichtet.
Der geographischen Lage entsprechend hat das Klima Schleswig-Holsteins und des niedersächsischen Tieflandes einen mehr ozeanischen Charakter als dasjenige des deutschen Binnenlandes und des Osten. Vorherrschend sind kühle Sommer und milde Winter; der Himmel ist oft bedeckt, die Zahl der Regentage ist groß, die Menge der Niederschläge jedoch nur mäßig.
Von den Ergebnissen der Beobachtungen seien nach dem Meteorologischen Jahrbuch folgende Zahlenangaben mitgeteilt:
1. Luftdruck.
Monats- und Jahresübersicht für 1876— 1905 reduziert auf 0°, Meereshöhe
und Normalschwere.
Mittleres
Mittleres
Absolutes
Absolutes
Mittel
Maximum
Minimum
Maximum
Minimuni
Januar .
. 763.32
777.9
741.1
786.0
730.8
Februar.
. 761.78
775.8
743.7
784.4
728.0
März . .
. 759.49
773.0
741.9
781.7
733.4
April
. 759.87
770.8
745.9
778.1
737.0
Mai . .
. 761.27
771.2
748.1
775.7
740.4
Juni .
. 761.50
769.7
749.7
772.4
742.9