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Bremen in hygienischer Beziehung.
B. Der geologische Bau der Bremer Gegend.*)
Bearbeiter Dr. Wilh. Wolff, Kgl. preußischer Bezirksgeologe.
Zwischen der Oberflächengestaltung und dem inneren Aufbau der Gegend von Bremen bestehen enge Beziehungen; aber doch ist die Beschaffenheit des tieferen Untergrundes weit mannigfaltiger und reicher an Problemen, als es die flachen, eintönigen Außenformen ahnen lassen. Dreierlei Bildungen beteiligen sich an dem Aufbau dieses Gebietes: die Schichten des Alluviums, die noch heute in lebendiger Fortentwicklung begriffen sind, obwohl ihnen die menschliche Kultur überall Maß und Grenze setzt; sodann die Schichten des Diluviums, aus denen der Geestboden im Norden, Westen und Osten besteht, und die auch in der Niederung in geringen Tiefen das Fundament des Alluviums bilden; und endlich das ältere, nur an wenigen Stellen durchragende Gebirge des Tertiärs, unter dem sich die festen Gesteinsmassen des Mesozoikums und des permischen Salzgebirges völlig verbergen. Eine Anzahl von Bohrungen, die in den letzten Jahren vom Wasserwerk planmäßig in den Gebieten oberhalb der Stadt auf beiden Wesertalseiten und auf dem südlichen Höhenrande niedergebracht sind, um die Grundwasserverhältnisse zu erkunden, haben auch über den geologischen Bau Aufklärung im größeren Zusammenhang gebracht.
Uber das ältere Grundgebirge ist indessen erst wenig bekannt geworden. Die Wasserbohrungen haben nur das Tertiär erreicht, ohne es zu durchteufen. Das Salzgebirge (vermutlich Zechstein) ist neuerdings in mehreren Bohrungen der Verdener Gegend, stellenweise angeblich bereits in 100—200 m, an anderen Stellen in 500—600 m Tiefe erschlossen; bei Bremen verrät es seine Existenz nur durch die Versalzung des Grundwassers, die sich mit merkwürdigen Ungleichheiten unter großen Gebietsteilen bemerkbar macht. In einigen tieferen Bohrlöchern hat man bis öprozentige Salzsole beobachtet. Nun ist allerdings wohl die Zirkulation des tieferen Grundwassers eine äußerst geringe, so daß einmal versalzenes Wasser nur in sehr langen Zeiträumen durch Süßwasser verdünnt oder ersetzt wird. Dennoch muß man annehmen, daß an verschiedenen Stellen fortwährend Grundwasser in unmittelbarer Berührung mit Steinsalzablagerungen kommt und langsam an ihnen zehrt. Auch von den mesozoischen Formationen ist noch nichts erschlossen. Der auffallende Reichtum gewisser Geschiebemergelbänke an Kreide deutet aber darauf hin, daß im näheren Nordosten von der Stadt Kreide in so hoher Lage, entblößt von Tertiär, anstehen muß, daß der Gletscher der jüngeren Eiszeit ihre Oberfläche erfassen und aufarbeiten konnte.
*) Dieser kurze Abriß einer Geologie der Bremer Gegend beruht teils auf dem durch ältere Autoren, namentlich Kurth und Focke, in jahrzehntelanger Arbeit gesammelten Material (zumeist in den Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereins veröffentlicht, teils auf den Ergebnissen der neueren Bohrungen zur Erforschung der Grundvvasserströme durch das Wasserwerk. Eine ausführlichere Darstellung wird im Jahrbuch der Königlich preußischen geologischen Landesaustalt veröffentlicht werden. Wolff.