A. Zur Topographie von Bremen.
Wichtigstes Handbuch: Fr. Buchenau, Die freie Hansestadt Bremen und ihr Gebiet,
3. Aufl. (1900). Bearbeitet von Med.-Kat Dr. W. O. Focke.
1. Geographische Lage, Höhenverhiiltiiisse.
Die Stadt Bremen liegt im nordwestdeutschen Tieflande, an beiden Ufern der Weser, auf 53° 4' 48" n. Br. und 8° 48' 19" östl. Länge von Greenwich. Die Angabe bezieht sich auf den Ansgarii-Kirchturm.
Für die Anlage und Weiterentwickelung der Stadt ist der Dünenzug wesentlich bestimmend gewesen, welcher sich von Achim, südöstlich von Bremen, in nordwestlicher Richtung bis an den Fluß Lesum, nahe dem gegenüberliegenden Dorfe Lesum, hinzieht und nach Art einer Nehrung ein weites, an der Nordostseite des Kückens gelegenes Niederungsbecken von der Weser trennt. Obgleich an mehreren Stellen durch Hoch Wasserfluten durchbrochen, bildete der Dünenzug doch von jeher einen guten Verbindungsweg.
Die Höhenangaben werden in Bremen meist auf 0 an der Großen Weserbrücke bezogen; dieser Punkt liegt 2,284 m über N. N. Die Höhe des Maifeldes in der Nachbarschaft wechselt etwa zwischen 0,80 und 4,50 m über N. N, während die höchsten Stellen des Dünenzuges sich etwa 10—12 m über N. N. erheben. Der Dom in Bremen liegt 11,50 m, die höchste Stelle des Walles etwa 14 m über N. N, die tiefsten Unterführungen der Straßen unter den Eisenbahnen 1,55—2,00 m.
2. Die Weser.
Die Weser (plattdeutsch ausgesprochen wie das englische: weather), Visurgis der Römer, im frühen Mittelalter Wisuraha oder (nicht nur im Oberlaufe, sondern auch bei Bremen) Wirraha (Werra) oder Wessera genannt, führt jetzt ihren Namen erst von der Vereinigung der Werra mit der Fulda bei Münden an. Mit Einschluß ihres Quellflusses, der Werra, beträgt ihre Gesamtlänge bis Bremerhaven etwa 725 km, von denen 69 km auf die unter dem Einfluß von Ebbe und Flut stehende „Unterweser", von Bremen abwärts gerechnet, kommen. Die Entfernung von Bremerhaven bis zur offenen See beträgt noch etwa 60, bis zum letzten Leuchtschiffe 70 km; das gesamte Mündungsgebiet wird „ Außenweser" genannt.
Die abströmende Wassermenge des Flusses betrug in Bremen vor der Korrektion bei einem Stande von 0 m am Pegel der Großen Weserbrücke etwa
Tj il de Ii, Bremen in hygienischer Beziehung. 1