Der zweiunddreißigsten Versammlung
des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege
bietet die Stadt Bremen als Festgabe die nachstehenden Arbeiten. Sic entstammen der Feder von Praktikern, denen auf den betreffenden Gebieten durchweg langjährige Erfahrungen zur Seite stehen. Eine redaktionelle Überarbeitung ist vermieden, um den individuellen Charakter der einzelnen Arbeit zu wahren.
Bremens Stellung als Einfuhrhafen für große Gütermassen aus allen Teilen der Welt, als Ausgangshafen für Hunderttausende von Auswanderern, sein schnell sich vollziehender Ubergang von einer mittelgroßen Handelsstadt zu einer industriellen Großstadt, die mit dieser Umwandlung verbundene rasche Zunahme der Bevölkerung nötigen sowohl auf dem Gebiete des Gesundheitswesens wie auf dem der Rechtspflege, des Bildungswesens und auf anderen Gebieten zu kostspieligen Aufwendungen, wie sie gleichgroße Binnenlandstädte nicht nötig haben. Trotzdem hoffen wir, daß der Leser beim Durchsehen der Festschrift den Eindruck gewinnt, daß auch in Bremen das Wort des Grafen Posadowsky beherzigt wird:
„Wer dem Volke die Gesundheit erhält, erhält es arbeitsfähig und wehrfähig. Je arbeitsfähiger und wehrfähiger aber ein Volk ist, desto mehr wird es seine Schwerkraft im Wettbewerbe der Völker in der Gegenwart behaupten können und sich eine ehrenvolle Stellung in der Geschichte der Zukunft sichern."
Bremen, im September 1907
Prof. Tjaden