Print 
Die Bremischen Münzen : Münzen und Medaillen des Erzbisthums und der Stadt Bremen mit geschichtlicher Einleitung / bearb. von Hermann Jungk
Place and Date of Creation
Page
354
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

354

Fremde Münzen mit bremischer Contremarke.

In Zeiten besonders zunehmender Münzverschlechterung griff man, um die guten von den schlechten Sorten zu unterscheiden, zu dem Mittel, die nach erfolgter Prüfung für gut befundenen Gepräge mit einem bestimmten eigenen Stempel, der Contremarke, versehen zu lassen und nur diesen also gestempelten Münzen den Umlauf zu gestatten. Von dem Zwang der Prüfung und Stempelung waren gewöhnlich selbst die eigenen Münzen nicht ausgeschlossen.

Sowohl bremische wie fremde Gepräge mit der bremischen Contremarke, dem Schlüssel, sind noch zahlreich vorhanden. Die Stempelung scheint zuerst um 1400 stattgefunden zu haben, doch sind darüber keine nähere Nachrichten erhalten. Bekannt ist ein mit dem bremischen Schlüssel gestempelter Witte von Anklam, welcher dem Typus nach zwischen 1387 und 1403 oder wenig später geschlagen worden ist (Berl. Bl. für M.-S.- und W.-Kunde II. S. 19 No. 65, Band I. Tafel 10 No. 65 a). 50 Jahre später, um 1450, erliess der bremische Rath eine Verfügung, wonach die Oldenburger," welche mit dem Schlüssel nicht gezeichnet seien, nur 372 Schwären gelten sollten. Jeder aber, der gute unge­stempelte Oldenburger habe, könne diese auf den Wechsel oder auf die Münze bringen, um dagegen gezeichnete Oldenburger zu empfangen.

Ferner ist 1620 von einigen Ständen des niedersächsischen Kreises beschlossen, die gut befundenen Doppelschillinge durch einen besonderen Stempel kenntlich zu machen. Mit dem Ende der Kipper- und Wipperzeit scheint in Bremen diese Stempelung wieder aufgehört zu haben:

Ausser einheimischen Münzen, Doppelschillingen (7if,-Reichs- thaler) des Erzbischofs Johann Friedrich von 16131619 und städtischen Dütchen (Vi 6 -Reichsthaler) von 1617, finden sich vor­zugsweise die folgenden fremden Gepräge mit der bremischen Contremarke: