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In Stade geschlagene Münzen der bremischen ErzMschöfe.
Das Münzrecht für Stade erhielt Erzbischof Bezelin 1038 vom Kaiser Konrad II. (Hamb. Urk.-B. No. 69). Doch schon 1272 ist von dem Erzbischof Hildebolcl das Münzrecht der Stadt Stade gegen gewisse jährliche Abgaben gänzlich überlassen (S. 3). Es kommen daher hier nur die wenigen bekannten Münzen, welche vermuthlich vor dem Jahre 1272 in Stade geschlagen wurden, in Betracht.
1208. Denar. Tafel 30 No. 1208.
Av. + otTATIIV CIVITAc/2
Kirchengebäude. Rv. AGNVot DEI
Kreuz, in dessen Winkeln PI=S = CI = S
18 Mm. 0,95 Gm. (0, 0(i5 Loth köln.)
Friedlaender und Müllenhoff, Silberfund von Farve S. 28, Tafel 1 No. 3. Cappe, Kaiser-M. II. No. 520 und III. No. 481, Tafel VI. No. 81. Abbildung nach Friedlaender und Müllenhoff.
Auf einzelnen Fxemplaren dieser Münze steht die Umschrift des Av., ebenso das Wort PISCIS rückläufig. In deD Umschriften ist der Buchstabe S fast stets liegend.
In der erwähnten Schrift über den Silberfund von Farve wird eine Stelle aus Thietmari, Chronicon Hb. IV. (Pertz, Monumenta, Scriptores III. S. 775 19) angeführt, wonach für Stade Stethu vorkommt. Ueber die Bedeutung des Wortes PISCIS ist ebendaselbst gesagt: „Bringt man das Wort PISCIS der Kehrseite mit dem AGNUS DEI in Verbindung, so wird man daran erinnert, dass auf altchristlichen Denkmälern der Heiland unter dem Bilde eines Fisches dargestellt wird, weil das Wort 1X0 YS (Fisch) aus den Anfangsbuchstaben von 'fyaovs A'p('(rrof @cov c Yrog -iVur/Jp (Jesus Christus Gottes Sohn der Heiland) besteht. Wenn aber diese Erklärung gar zu gesucht für jene Zeit erseheinen möchte, so könnte man PISCIS auf den Fischfang jener an der Elbe und unweit des Meeres gelegenen Stadt beziehen." In den Mittheilungen der numismat. Gesellschaft in Berlin, HL, 1857 S. 109, wird bei Beschreibung derselben Münze der ersteren Ansicht beigestimmt.