Druckschrift 
Die Bremischen Münzen : Münzen und Medaillen des Erzbisthums und der Stadt Bremen mit geschichtlicher Einleitung / bearb. von Hermann Jungk
Entstehung
Seite
248
Einzelbild herunterladen
 

248 Erzbisthum Bremen.

ErzMschof Friedrich, Prinz von Dänemark, 16341646.

Geboren am 18. März 1609, zweiter Sohn des Königs Christian IV. von Däne­mark und dessen Gemahlin Anna Katharina, Prinzessin von Kur-Brandenburg. Friedrich wurde 1G16 zum Canonicus in Bremen, 1G18 zum Coadjutor des Hoeh- stifts Verden, 1(521 zum Coadjutor des Erzstifts Bremen erwählt. 1634 folgte er in der Regierung des Erzbisthums Bremen, die Huldigung fand jedoch in Folge der Kriegsunruhen erst am 22. März 1637 statt. Friedrich vermählte sich 1643 mit Sophia Amalia, Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg. Der 1044 zwischen Dänemark und Schweden ausbrechende Krieg hatte zur Folge, dass das Erzbisthum Bremen von dem schwedischen General Johann Christoph von Königsmarek an­gegriffen , erobert und der Erzbischof verjagt wurde. Schweden behielt das Erz- stift im Besitze bis zum westfälischen Frieden, durch welchen das Stift säcularisirt und, mit Ausschluss der Stadt Bremen, an Schweden unter dem Titel eines Herzog­thums Bremen als unmittelbares-Reichslehen überlassen ist.

Der Stadt Bremen wurde im westfälischen Frieden zugesichert, dass sie hei allen Fechten und Freiheiten, welche sie bisher gehabt habe, bleiben solle.

Erzbischof Friedrich wurde 1C4S ds Friedrich III. König von Dänemark. Er starb 1670. °?

Nachdem Friedrich IV. von Dänemark 1712 die beiden Herzogthümer Bremen und Verden erobert hatte, verkaufte derselbe sie 1715, trotz des Protestes Carl's XII. von Schweden, für 000,000 Rthlr. an Kur-Braunschweig. Nach dem Tode Carl's XII. überliess Schweden im Frieden von 1719 die beiden Herzogthümer, wie dieselben ihm 1648 zuerkannt waren, erbeigenthümlich für 3 Millionen Rthlr. an Kur-Braunschweig.

Der Wappenschild Erzbisehofs Friedrich enthält, wie derjenige der gottorpi- schen Herzöge, die 0 Felder von Norwegen, Schleswig, ""olstein, Stormarn, üit- marsen und Oldenburg-Delmenhorst (quadrirt).

Ueber den Münzfuss, nach welchem Friedrich münzen Hess, haben sich keine Nachrichten erhalten.

.,b

362. Doppel-ßeichsthaler 1641. ' Av. FßlDERICÜS : I): G: ARCH: & EPISC : BREM: & VERDEN : <§> (rechts unten anfangend) Das geharnischte Brustbild, von der rechten Seite, aber mit beiden Achseln, mit dickem Haare, von dem an der Seite ein Zopf herabhängt, kleinem Knebelbarte, grossem, mit Spitzen reich be­setztem Kragenumschlage und übergehängter, mit Spitzen besetzter Feldbinde. An den Seiten des Hauptes umher: DOMINUS = PRO- VIDEBIT

Rv. C : HALB : EM : NOR: D: SLE : HOLS: STO : DIT: C: O : E: D: (coadjutor Halberstadensis, haeres Norwegiae, dux Sleswici, Holsatiae, Stormariae, Ditmarsiae, comes Oldenburgensis et Delmenhorstanus) Mit offener Krone bedeckter ovaler, 6-feldiger, mit Schnitz­werk, in welchem oben und unten ein Fratzengesicht, gezierter