Erzbischof Christoph, 1511—1558. 213
Erzbischof Christoph, Herzog von Braunschweig, 1511—1558.
Geboren 1487, Sohn Heinrich's des Aelteren, Herzogs zu Braunschvveig- Wolfenbüttel (1492—1514) und dessen Gemahlin Katharina, Prinzessin von Pommern. Erzbisehof Johann wählte Christoph 1500 zum Coadjutor, welche Wahl Papst Alexander durch Breve vom 7. Mai 1501 bestätigte, jedoch mit der Bestimmung, dass Christoph erst mit dem 27. Jahre seines Alters zur Regierang gelangen solle. 1502 wurde Christoph zum Bischof von Verden erwählt. Er trat, nach dem Ableben des Erzbischofs Johann, am 11. Decemher 1511 die Kegierung des Erzstifts Bremen an, doch zunächst nur als Administrator, erst 1514 kann er, dem päpstlichen Breve zufolge, den Titel eines Erzbisehofs angenommen haben. Christoph starb am 22. Januar 155S und ist im Dome zu Verden beerdigt.
Auch auf seinen Münzen nennt Christoph sich anfangs Administrator, erst später Erzbischof.
Geschlechtswappen : gevieret, Braunschweig: zwei Leoparden, gold in roth; Lüneburg : Löwe, blau in goldenem mit rothen Herzen bestreuetem Felde; Eberstein: Löwe, silbern in blau; Homburg: Löwe, gold in rothem, mit einer blaugestückten Einfassung geziertem Felde. Der Helm: gekrönt; rother oben gekrönter Schaft, besteckt mit einem mit einem goldenen Sterne belegten Pfauenschwanze; vor dem Schafte das silberne Ross laufend, begleitet auf jeder Seite von einer mit der Spitze aufwärts stehenden, mit der Schneide einwärts gekehrten silbernen Sichel mit rothem Griffe, deren Rücken auswärts mit einzelnen Pfauenfedern besteckt sind. Helmdecken: roth und gold.
1512 nahm Christoph den Münzmeister Jacob von Boporten an, aus dessen Bestallung, von welcher eine Abschrift erhalten ist, der Münzfuss, nach welchem Christoph sehlagen Hess, hervorgeht.
A. Als Administrator.
149, 150. Goldguldeil 0. J. Tafel 6 No. 140.
149. Av. ÜRISTOVR * D' = * 6' * S' * HCT * BRtt'
150. „ CIRISTOFR ■ D = 6' • S' • 9(T • BRÖ'
(Cristoforus dei gratia sanctae ecclesiae Bremensis [seil, administrator])
St. Petrus, in halber Figur, barhaupt, mit Heiligenschein, in der rechten Hand der Schlüssel, in der linken das Buch. Unten ein kleiner Schild mit den gekreuzten Schlüsseln.
149. Rv. MOBS - TR * HO > VK * BR . GOWöß
150. „ - ' * - - * - o - =
Auf durchgehendem Kreuze ein 4-feldiger Schild, im 1. Felde Erzstift Bremen, im 2. Braunschweig, im 3. Bisthum Verden (Kreuz mit Nagelspitze, schwarz in weiss), im 4. Felde Lüneburg. 23 Mm. 3, 2 5 Gm.
No. 150 — Bl. für Münzk. I No. 36, No. 9, Band IL, Tafel 1 No. 1.
Nach der Münzordnung Christoph's von 1512 sind von diesen Goldgulden 72 Stück aus der rauhen Mark zu 18 Karat i! Grän (0,700) fein geschlagen. Nach der rheinischen Convention vom 15. November 1490 sollten nur 714; Stück aus der rauhen Mark zu 18 Karat G Grän (0,771) fein gemünzt werden. Christoph berief sich wegen seiner geringeren Ausprägung auf den Erzbischof Hermann IV. zu Köln (1480—1508), welcher zu Bonn in gleicher Weise habe münzen lassen.