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Die Bremischen Münzen : Münzen und Medaillen des Erzbisthums und der Stadt Bremen mit geschichtlicher Einleitung / bearb. von Hermann Jungk
Entstehung
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Miiiizverliältnisse Ms 1412.

Von Karl dem Grossen ist 779 ein neues Gewicht eingeführt, welches, schwerer als das bis dahin übliche römische Pfund, gleich diesem in 12 Unzen zerfiel. Aus einem solchen Gewichte, einem Pfunde (libra) Silber sollten, bestimmte ferner Karl der Grosse, 240 Pfennige (denarii) gemünzt werden. Die seitherige Goldwährung hörte damit auf, an die Stelle derselben trat die Silberwährung; Goldmünzen sind bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts im westlichen Europa nicht mehr geschlagen. Rechnungsmünze war fortan das Pfund Silber, der Inbegriff von 240 Pfennigen. 12 Pfennige wurden, wie vordem, auf einen Schilling (solidus) gerechnet, von welchen demnach 20 auf ein Pfund Silber gingen. Die Rechnung nach Pfund zu 20 Schillingen zu 12 Pfennigen fand die weiteste Verbreitung, gelangte auch in Deutschland mit der Ausdehnung der karolin- gischen Herrschaft zur Geltung und hat sich z. B. in England bis auf den heutigen Tag erhalten.

Von wirklich ausgeprägten Münzen gab es in Deutschland bis gegen Anfang des 14. Jahrhunderts nur den Pfennig oder Denar. Sowohl der Schilling, wie das Pfund sind nichts weiter, wie Rech­nungsmünzen gewesen, die Bezeichnungen für 12 bezüglich 240 Stück Pfennige, ebenso wie der bremer Goldthaler, abgesehen von einigen Gedenkthalern, nie als eine geprägte Münze, sondern nur als Bezeichnung für die Anzahl von 72 bremer Groten bestanden hat.

Die Denare waren auf beiden Seiten geprägte Münzen. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts kamen in manchen Gegenden, na­mentlich auch im Norden Deutschlands, anstatt derselben, die heute sogenannten Bracteaten auf. Diese aus dünnen Silberplättchen ge-