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Alte und neue Zeit : Episoden aus der Cultur-Geschichte der freien Reichs-Stadt Bremen / von J. G. Kohl
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Dorf, Haus »no Hof der Lauern bri Lremen.

Die Heimath der Niedersachsen zwischen Clbe und Rhein, das nordwestliche Deutschland, bietet durchweg ein äußerst flaches und einförmiges Terrain. Die Ansichten der diesem Boden aufgesetzten Dörfer erscheinen daher in der Landschaft meistens nicht sehr piloresk, wenigstens nicht in dem Sinne, in welchem man dieses Wort gewöhnlich nimmt. Die Häu­ser, aus denen jene Dörfer zusammengesetzt sind, sind nicht übereinander hinauf uud hinab getempelt und nicht in ge­fälligen Gruppen terrassirt, sie zeigen sich nicht im Gruude vou Thälern, sie überraschen uns nicht auf sonuigeu Höhen, wie die in den Gebirgen Mittel- oder Süddeutschlands. Sie liegen alle auf derselben Linie uud präsentireu sich wie auf platteu Tellern.

Die niedersächsischen Landbewohner lieben noch heut­zutage, so zu wohnen, wie zu der Römer Zeiten alle Deut­scheu gewohnt haben sollen. Jeder für sich in seiner Be­hausung, nmgeben von seinen Besitzungen und Anpflanzun­gen. Man findet daher nirgends in Deutschland so viele einzelne und verstreute Gehöfte wie in unseren nordwestlichen Gauen, in Westphalen, in Schleswig-Holltein, im Hannö- verschen und Bremischen.

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