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Alte und neue Zeit : Episoden aus der Cultur-Geschichte der freien Reichs-Stadt Bremen / von J. G. Kohl
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16.

Sitten und Gewohnheiten bei Beerdigungen.

Wie die Hochzeiten, so wurden in früheren Zeiten auch die Begräbnisse der Dahingeschiedenen mit großem Lärm gefeiert. Man trug möglichst viel Trauer öffentlich zur Schan, Bei einem Todesfalle in einem reichen Hause leg­ten nicht nur die Herrschaften schwarze Gewänder an, son­dern auch dieganze Dienerschaft" wurde violet oder schwarz ausgekleidet. Auch die Carossen und das Pferdegeschirr wnrde schwarz drapirt. Man pflegte in einem Trauerhause auch von alten Zeiten her die Hausthür und die Fensterschläge auswärts schwarz anzustreichen, auch wohl die Möbeln im Innern des Hauses schwarz zu überziehen. Dergleichen ge­schah auch bei Bürgern in bescheidenen Umständen selbst noch am Ende des vorigen Jahrhunderts.

So lange man noch leine Tageblätter hatte, wurden die Todesfälle den Verwandten nur durch Boten oder Leichen­bitter angesagt. War der Verstorbene ein reicher Kaufmann, so wurde auch wohl eine auf Pergament geschriebene Ansage auf der Börse aufgehängt und alle Kaufleute und Standes- genosfen dadurch zugleich zu seinem Leichenbegängnisse ein­geladen. Einem solchen Manne folgte dann zuweilen auf seinem letzten Gange die halbe Bevölkerung der Stadt. Bei