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Hochzeits-Zittcn.
Zn der Feier und Ausschmückung des schönen Lebensfestes, das die Deutschen vorzugsweise „die hohe Zeit" (Hochzeit) nennen, sind die alten Bürger Bremens nicht hinter den übrigen Städten und Völkern des Erdballs zurückgeblieben. Sie haben vielmehr mit allerlei Ceremonien, Festivitäten und Gelagen, mit Poesie, Musik und Tanz nach ihrer Weise ihr Möglichstes gethan, den jungen Brautleuten den von ihnen beabsichtigten Schritt, wo nicht leicht und angenehm, doch ehrenvoll genug und hinreichend pompös und spectaculös zu machen.
Von allen den schon bei und gleich nach der Verlobung (dem „Bruutlofte") herkömmlichen Freudenbezeuguugen, Einladungen und Gelagen, vom sogenannten „I^öwel-Lser" (Verlöbnißbier), vom „Schafferabend", vom ,,Schüsselbord", sowie auch vom alten Bremischen „Polterabend" will ich hier schweigen, weil ich fürchte, es möchten für meine Leser von heute der Feierlichkeiten zu viele werden, und ich will nur gleich das Hauptstück, den großen Trauungs- uud Hochzeitstag selbst (die eigentliche „Bruutlage") in's Auge fassen, der in der Regel mit einem sogenannten „Treck" oder mit der „Brautfahrt" eröffnet wurde. Die Braut wurde früh Morgens vom Bräutigam und seinen Verwandten, die sich dazu