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Alte und neue Zeit : Episoden aus der Cultur-Geschichte der freien Reichs-Stadt Bremen / von J. G. Kohl
Entstehung
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14.

Hochzeits-Zittcn.

Zn der Feier und Ausschmückung des schönen Lebens­festes, das die Deutschen vorzugsweisedie hohe Zeit" (Hochzeit) nennen, sind die alten Bürger Bremens nicht hinter den übrigen Städten und Völkern des Erdballs zurück­geblieben. Sie haben vielmehr mit allerlei Ceremonien, Festi­vitäten und Gelagen, mit Poesie, Musik und Tanz nach ihrer Weise ihr Möglichstes gethan, den jungen Brautleuten den von ihnen beabsichtigten Schritt, wo nicht leicht und angenehm, doch ehrenvoll genug und hinreichend pompös und spectaculös zu machen.

Von allen den schon bei und gleich nach der Verlobung (demBruutlofte") herkömmlichen Freudenbezeuguugen, Ein­ladungen und Gelagen, vom sogenanntenI^öwel-Lser" (Verlöbnißbier), vomSchafferabend", vom ,,Schüsselbord", sowie auch vom alten BremischenPolterabend" will ich hier schweigen, weil ich fürchte, es möchten für meine Leser von heute der Feierlichkeiten zu viele werden, und ich will nur gleich das Hauptstück, den großen Trauungs- uud Hochzeits­tag selbst (die eigentlicheBruutlage") in's Auge fassen, der in der Regel mit einem sogenanntenTreck" oder mit derBrautfahrt" eröffnet wurde. Die Braut wurde früh Morgens vom Bräutigam und seinen Verwandten, die sich dazu