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Kailg-Clllsstn der Mrger.
Wenn wir einfachen Stadt- und Welt-Bürger in jetzigen doch wenigstens etwas vornrtheilsloseren Zeiten von den scharf classificirten Tschin- oder Rang-Stufen bei den Russen oder Chinesen hören, so verwundern wir uns gern über die närrischen Einfälle jener Leute, die sich über ihre Mitmenschen unendlich erhaben dünken, wenn sie einen blauen Knopf oder eine Pfauenfeder mehr als die Anderen tragen dürfen, oder wenn ein Kaiser ihnen erlaubte, ihren Familien-Namen ein „sich" anzuhängen oder ein ,,von" oder ein anderes goldiges Attribut voranzusetzen.
Wir vergessen dabei aber nur gar zu leicht, daß wir mitunter in unsern eigenen Busen greifen oder nur ein klein wenig in die Vergangenheit der Geschichte unserer Städte hinaufgehen dürfen, um auch ganz in unserer Nähe ähnlichen Wunderlichkeiten und Thorheiten wie in dem Reiche, des Himmelssohnes oder des großen Czarcn zu begegnen Auch iu unseren kleinen städtischen Republiken hat man ehemals in den alten Rangordnungen die Spreu vom Weizen fast ebenso sorgfältig geschieden, wie am Hofe von Moskau, und auch zuweilen so viele verschiedentlich ausstasfirte Classen gemacht, wie Farben im Regenbogen. Auch bei uns haben ehemals die auf Auszeichnung erpichten Bürger sich zu Zeiteu untereinander verspottet, verfolgt und vor Gericht, vor Kaiser