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Alte und neue Zeit : Episoden aus der Cultur-Geschichte der freien Reichs-Stadt Bremen / von J. G. Kohl
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9.

Ne alten Apotheken und Meoirnmente.

Noch heutigen Tages wohnen in den Vorstädten Bremens arme Frauen, die im Frühling mit ihren Töchtern in die benach­barten Hniden hinauslaufen und daselbst für ihre Nachbarn und für die Apotheken allerlei heilsame Kräuter, Blüthen und Wurzeln sammeln. Wahrscheinlich stammen dieseKräuter- Frauen" aus urältester Zeit, und wir müssen in ihnen ver­muthlich die ersten Apotheker der Stadt erblicken, die mit dem, was die Haide darbot und was alte Gewohnheit oder Aberglaube als Heilmittel sanctiouirt hatte, die körperlichen Leiden der städtischen Menschheit zu mildern trachteten und die alten Medicamentenschränke, welche die alten Klöster und ihre Spitäler gewiß längst besaßen, füllten.

Als im 13. und 14. Jahrhundert der Handel mit Brabant und den Niederlanden aufblühte, da mögen von dort auch ausländische, südliche und orientalische Heilmittel, welche die Italiener zur Scheide uud den Nheinmüuduugeu brachten, häufiger nach Bremen gekommen nad den unstudirten Doctoren der Stadt, den alten Sicchcnhäusern, den Mönchen und Klosterärztcn, den Badern,Landfahrern" (wandern­den Aerzten) und anderen längst vorhandenen Dilettanten und Quacksalbern in die Hand gespielt sein.

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