3.
Feuerstiriinste und Löschanstalten.
In unseren modernen Städten, in denen nun ein militärisch organisirtes, prompt handelndes Corps geübter und von einer effectvollen Dampfspritze unterstützter Feuermänner eri- stirt, und wo noch dazu jeder Hausbesitzer sein Schild mit „Colonia", „Aachen-München" oder „Gotha" an seiner Thür hat, kann man sich kaum einen Begriff machen von dem blassen Schrecken nnd der Bestürzung, welche die Stadtbevölkerungen alter Zeit in ihren strohgedeckten Holzhäusern befiel, wenn der Wächterruf: Feuer! in den Straßen erscholl, — wenn die Sturmglocke heulte — und der Himmel, als hätte eine glühende Hölle sich an ihm aufgethan, sich röthete. Schiller's Schilderung dieses Schreckens will uns jetzt schon zuweilen etwas zu stark aufgetragen und zu poetisch erscheinen. In Berlin, Paris, in Newyork und anderen großen Residenzen bleibt das Publikum im Ganzen ziemlich gleichmüthig und kühl, wenn die „freie Tochter der Natur" eiuen Versuch macht, sich ihrer Fesseln zu entledigen und auf eigener Spur einherzutreten. Im alten Bremen und seinen zeitgenössischen Schwesterstädten war die Aufregung, weun's „vom Thurme wimmerte", unvergleichlich größer. Feuerversichcrungs-Gesellschaften kannte man vor