Vorrede.
Der Unterzeichnete verfolgte seit längerer Zeit den Plan, Materialien zu einer Cultur- und Sittengeschichte seiner Vaterstadt Bremen zu sammeln und dieselbe zu einem eingehenden Werke zu gestalten, um in demselben an einem speciell ausgeführten Beispiele einen Beitrag zur allgemeinen Geschichte des Deutschen Bürgerthums zu liefern.
Doch empfand er während der Arbeit auf dem weitschichtigen Felde bald wieder die Wahrheit des alten Spruchs von der „Länge der Kunst und der Kürze des Lebens", erkannte anch, daß sür viele Partien des umfangreichen Terrains und sür viele Zeitperioden die Quellen, ans denen er schöpfen könnte, sehr dürftig flössen, daß dagegen für manche andere in den vorhandenen Sammlungen von Do- cumenten — namentlich in denen des Staats-Archives und der Stadt-Bibliothek Bremens — eine große Fülle noch wenig verarbeiteten Materials vorhanden war.
Er beschloß daher — hierin dem Beispiele des trefflichen Culturhistorikers von Frankfurt a. M., des Archivars Dr. Kriegk folgend — einstweilen auf die Ausführung des umfangreichen Werkes, das doch im besten Falle immer