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besonders hcrvorgehobcn werden, obwohl cs hier zu weitläufig sein würde, wollte man vorab ihren Ursprung, ihren Verlauf und ihre geschichtliche Bedeutung für sich hinstellen. Es ist allzubekannt, welchen bedeutenden Einfluß dieselben auf Cultur und vorzüglich auf Handel und Verkehr unter Völkern, die bis dahin einander ganz fremd geblieben, geäußert haben. Auch Bremen erfreute sich durch sie mancher Vvrtheile, daher denn der Thrill,ahme seiner Bürger an denselben hier zu gedenken ist.
Der erste geschichtlich erwiesene Anschluß bremischer Bürger an eine Kreuzfahrt nach Palästina erfolgte im Jahre N47, als Kaiser Konrad III. in Verbindung mit den mächtigsten Fürsten des Abendlandes dahin aufbrach. Eine Abtheilung des gewaltigen Kreuzheeres sollte den Weg zu Master machen und wurde Bremen die Ausrüstung der dazu nöthigen Schiffe übertragen. Schaarcnweise zogen aus ganz Nord-Deutschland Ritter mit ihren Troßknechtcn und schlichte Pil- grimme nach Bremen, und ging die Flotte von der Weser aus unter Segel. Nach kurzem Aufenthalt in England, wohin widrige Winde sie verschlagen, verstärkt durch rheinische und englische Schiffe, landete sie an der spanischen Küste. Ein christlicher König in Spanien bat um Beistand gegen die Sarazenen. Die Kreuzfahrer gingen darauf ein und eroberten unter andern festen Plätzen auch Lissabon. Während nun das große Haupthcer in Asien einen jammervollen Untergang fand, errang diese Abthcilung der Kreuzfahrer grünenden Lorbeer, vorzüglich die Bremer, welche als schlaue Kaufleute zugleich wichtige Handelsverbindungen nach Spanien anzuknüpsen wußten.
Vierzig Jahre später schlossen sich die Bremer wieder dem Zuge an, den Kaiser Nothbart nach dem gelobten Lande führte. Dieser Kaiser, welcher erkannte, ein wie großes Gegengewicht gegen die Macht der übermüthigen, feindlichen Welfen freie Städte im Norden sein könnten, hatte durch eine Urkunde die alten Freiheiten der Stadt bestätigt und ihr namentlich das Recht zugesprochen, daß ein Höriger nach einjährigem, unangefochtenem Aufenthalt innerhalb ihrer Mauern frei sein sollte. Man darf daher die Theilnahme an seiner Kreuzfahrt gewissermaßen als einen Tribut der Dankbarkeit ansehen, wiewohl zu beachten bleibt, daß die Hoffnung auf Machterweiterung und Bereicherung der Stadt auch sehr dazu verlockte.