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oder vom Hausrakh wcgnchmcn. Gemeiniglich konnte von den leiblichen Erben des Verstorbenen das Wcggenommcne gegen einen bestimmten Preis wieder eingclös't werden. Daß hierbei viel Willkür und manche Härte vorkam, versteht sich wohl von selbst. — Wenn nun auch schon gesagt ist, daß dem Freien Krieg und Jagd allein eines deutschen Mannes würdige Beschäftigung zu sein schien, so muß doch noch hinzugcsügt werden, daß auch viele Ausnahmen Statt fanden. Nicht jeder Freie, namentlich Gemcinfrcic, besaß Hörige oder Leibeigene, mußte also die mechanischen Arbeiten, welche man diesen auferlcgtc, entweder selbst verrichten oder von Untcrthanen eines andern Grnndcigcnthümcrs gegen Vergütung vornehmen lassen. Daher verfertigte denn mancher Freie die Gegenstände, deren er im Hauswesen bedurfte, mit eigener Hand und unter Beihülse der Familie. Der Mann nahm alsdann die schweren Arbeiten vor, machte Schuhe Hausgeräth und Waffen, während Hau und Tochter spannen und webten, vorzugsweise in Wolle und Leinen, und aus dem gewonnenen Zeuge die nöthigcn Kleidungsstücke nähten, die vcrmuthlich, zumal wenn cs Fcsitagsgcwänder waren, durch Stickerei verziert wurden. Spinnen, Weben und Nähen war dazumal selbst eine, einer deutschen Kaiserin mit ihren Prinzessinnen nicht unwürdige Arbeit, und in Bremen, wie in mancher andern deutschen Stadt, ist solche löbliche Sitte noch so überaus lange nicht fremd geworden.
9. Bremen wird eine Festung.
Mit großer Mühe und Anstrengung wurde auf Anlaß unserer Erzbischöfe und theils unmittelbar durch dieselben das Licht des Evangeliums in die Länder der nordischen Heiden getragen. Kleine Christengemeinden waren hie und da entstanden, aber den größten Theil der Bewohner vermogte man nicht zu bekehren. Oft fand ein Rückfall zum alten Eötkerglauben Statt und damit brachen nicht selten große, blutige Verfolgungen der Kirche und ihrer Diener aus. Mehr als einmal mußte