eine besondere, feste Kapelle *) neben dem Dom zur Aufbewahrung des Leichnams.
Da nach des ersten bremischen Bischofs Tode zwischen Franken und Sachsen neue Kämpfe entstanden, so blieb seine Stelle zwölf Jahre lang unbesetzt. Erst im Jahre 803 konnte Wüterich, ein Schüler Willehads, vom Frankcnkönigc zu des Letztem Nachfolger ernannt, sein pricstcrlichcs Ansehen in Bremen befestigen. Auch diesem Manne wird ein einfacher, apostolischer Lebenswandel nachgcrühmt, indeß war er es, welcher den Ncliguicndicnst in Ucbung brachte, auch suchte er der Kirche Güter zu mehren, daher er denn wohl bei aller Pflichttreue und uncrmüdetcm Eifer im angeblichen Dienste Gottes mehr ein Priester des römischen Papstes, als ein wahrer Jünger Jesu gewesen sein muß. Er ließ die hölzerne Domkirchc nicdcrreißen und an derselben Stelle die erste steinerne erbauen, welche von mittelmäßiger Größe war und drittchalb hundert Jahre stand. Er starb wahrscheinlich im Jahre 840. Sein Nachfolger, Lcuderich, dem von den alten Chronisten Stolz und Hochmuth zum Vorwürfe gemacht wird, verwaltete sein Amt nur acht Jahre. Darnach ging mit dem Bisthunr Bremen eine Veränderung vor, womit euch der nächste Abschnitt bekannt machen wird, eine Veränderung, die in der Folge unser Bremen seines Ranges als vornehmsten Bischofsitz im Norden Deutschlands fast verlustig machte.
*) Diese Willehadikapelle brannte im Jahre 913 oder 9l6 ab. Im 12. Jahrhundert baute man eine neue Kirche, welche bis ins 18. Jahrhundert am heutige» Wurstmarkte stand, da, wo jetzt ein Weinlager ist. Seit 1527 diente sie zum Zcnghause, nachmals zum statischen Hopfenlager, weßhalb sie im Munde des Volkes die »Hoppenkarkea hieß. Ihr nicht sehr hoher Thurm kam 1726 zum Abbruch.