2. Erhebung Bremens zum Bißthum.
Aus dcm Dämmerlichte der Vorzeit scheu wir Bremen gegen das Ende des achten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung in den Bereich der Geschichte treten. Freilich bleibt auch von da an noch Manches dunkel und in Sagen gehüllt, jedoch gewinnen die Nachrichten in dcm Grade allmälig an Bestimmtheit, als die Quellen, denen sie entspringen, an Zahl zunchmcn.
Die erste Urkunde, welche das Vorhandensein Brcmcn's um jene Zeit beglaubigt, stammt von dcm mächtigen Frankcnkönig, Karl dcm Großen her. Wie cs aber kam, daß dieser erste römische Kaiser deutscher Nation das von Fischern und Fährleuten bewohnte Dors seiner Aufmerksamkeit würdigte, mögt ihr dem Folgenden entnehmen.
Bekanntlich hatten sich die zahlreichen germanischen Gauvölker schon lange vor dem Sturze des abendländisch-römischen Kaiserreiches zu vier großen Volksstämmcn vereinigt, unter denen die Franken und Sachsen für uns die bedeutendsten sind, weil ihre Geschichte auf urdeutschcm Boden sich sortcntwickclte. Zwischen diesen beiden mächtigen Brudervölkern herrschte endlose Zwietracht, die zu heben, Karl der Große die Sachsen mit seiner ganzen, gewaltigen Macht zu bekriegen und zu unterjochen beschloß. Nachdem nach langjährigem» blutigem Kampfe die Unterwerfung des herrlichen Sachsenvolkes mühsam gelungen, kam cs ihm darauf an, seine Macht in den eroberten Gauen zu befestigen, zu welchem Endzweck die Abschaffung der heidnischen und die strenge Einführung der christlichen Religion daS geeignetste Mittel zu sein schien. Ucberall wurden daher die Altäre der heidnischen Gottheit gestürzt, ihre heiligen Haine verwüstet und die besiegten Bekenner des Hcidenthums zu Tausenden unter das Zeichen des Kreuzes und zur Tauft getrieben. So entstandet: auf königliches Machtgebot, ganz gegen Christi Geist und Sinn, neue Christengemeinden in Menge, Kirchen wurden errichtet und Priester angestellt, dcm gelungenen Werke nachhaltige Stützen zu sein. Dabei erhielten mehrere Gemeinden einen Oberpriester, einen Aufseher über Kirchen und Geistliche, Bischof genannt, dem man einen günstig