^^s war in früheren Zeiten sehr schwierig für eine wandernde Truppe, Einlaß in Bremen zu erhalten, denn viele Bürger unserer Stadt hielten den Besuch des Theaters nicht allein für gefährlich, sondern manche auch für sündhaft. Allein man darf dies nicht als die einzige Ursache ansehen, weshalb die herumziehcnden Comb- dianten nicht leicht in die Stadt gelassen wurden. Man hatte früher nicht allein immer viel damit zu thun, fremde Bettler, Diebe und dergleichen Gesindel fern zu halten, sondern auch Pest und Viehseuchen abzuwehren. In den Zeiten der Pest mußte Jeder, der in die Stadt wollte, einen Eid schwören, daß er nicht aus einem Ort komme, wo eine ansteckende Krankheit herrsche, und Derjenige, der nicht die Wahrheit sage, sollte mit dem Tode bestraft werden. Der Eid, den Jeder am Thore schwören mußte, schloß mit den Worten: ,So wahr mir Gott in meiner letzten Todesstunde helfen wolle." In solchen Zeiten war es wol natürlich, daß man keine wandernde Komödianten einlassen wollte, denn es wurde allen Fremden der Zutritt erschwert. Große Listen sind noch vorhanden, auf welchen nicht allein eine ganze Reihe von Dieben, Juden und Christen auf- geführt werden, die sich überall im Lande herumtriebcn, sondern eS wird auch ein Verzeichniß von Wörtern aus der Gaunersprache beigegeben, deren sich die Landstreicher unter sich zu bedienen pflegten. Für ganz ehrliche und sittliche Leute hielt man die Komödianten auch nicht, und so ist es denn wohl erklärlich, wenn man die Stadt davon frei zu halten suchte.
Im Jahre 1688 erhielt jedoch die Kurfürst!. Sächsische Hof-