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Geschichte der Reformierten Kirche Bremens / im Auftr. des Ministeriums der Stadtbremischen Pfarrkirchen bearb. von Otto Veeck
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Geschichte der reformierten Kirche Bremens.

siebentes Kapitel. Die französische Gemeinde in Bremen.

Als Alba sein Schreckensregiment in den Niederlanden führte, von ^3671.573, sind viele Tausende von reformierten Nieder­ländern besonders aus Brabant und Flandern, Wallonen genannt, vor ihm geflohen. Emden soll ihrer 6000 aufgenommen haben. Diese Zahl dürfte doch wohl übertrieben sein. Aber weil Emden kaum so viele in seinen Mauern aufnehmen konnte, werden sich auch viele weiter nach Westen' gewandt haben und eine Zuflucht in Bremen gesucht haben. Auch die Anfänge der reformierten Ge­meinde in Hamburg weisen auf diese Zeit zurück. Wie bedeutend übrigens die Zahl der Flüchtlinge in Emden gewesen sein muß, geht doch schon daraus hervor, daß nach der Aerckenordnung tho Lmbden von ^59^ daselbst alle Wochen acht predigten in deutscher und drei in französischer Sprache gehalten wurden, des Sonntags fünf deutsche und zwei französische.

Die ersten evangelischen Prediger Bremens: von Zütphen, probst, Timann, Hardenberg und der Rektor Molanus waren ja alle als Flüchtlinge aus den Niederlanden nach Bremen gekommen. Auch Adolf cLlarenbach, der ^32H in Aöln verbrannt wurde, hatte hier für kurze Zeit eine Zuflucht gefunden. Dr. Johann von der Wyck, der Syndikus, ist des Glaubens wegen ^323 aus Münster hierhergekommen. Johann von Ewich, geboren ^325 in <Lleve, der später Stadtphysikus wurde und mit von Büren und pezelius die Schule reformierte, kam 1.360 nach Bremen, um hier feines Glaubens leben zu können. Daß auch von Wesel flüchtige Nieder­länder hierhergekommen sind, ist im vorigen Aapitel schon als wahrscheinlich hingestellt worden. Ls wird uns berichtet, daß zwei Wallonen oder Niederländer: Andreas von der Maden und Nico- laus Melepart für 5000 Bremer Mark ^602 den Platz kauften, wo früher das St. Iürgengasthaus gestanden hatte, und darauf ein Gebäude errichteten mit der Inschrift: Lapienti patna, est, ubi- cunque bene e8t, vermutlich darauf hindeutend, daß sie als Pro­testanten aus ihrem Vaterlande vertrieben worden waren. Auch andere vornehme bremische Familien, wie die von Berchem, führten