Sechstes Aapitel, Bremen als Herberge der Airche.
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erhoben wurden. ^792 wurde auch diese Ordnung schon wieder durch eine neue ersetzt und abermals ^829, bis ^375 die Armenpflege der bürgerlichen Gemeinde ganz überwiesen wurde. Die alten städtischen Airchengemeinden sind durch ihre Diakonen jetzt nur mehr an der Verwaltung des Armenhauses, jetzt „Altenheim" genannt, der Waisenhäuser und vieler milden Stiftungen beteiligt, treiben freilich auch noch eine kirchliche Armen- und Krankenpflege aus ihren Mitteln, die in einzelnen Gemeinden sehr bedeutend sind. Für diese Anstalten sammeln auch noch die Gemeinden durch Aollekten und Ausstellung der Almosenbüchsen bei Hochzeiten. Die Auskunftsstelle für Wohltätigkeit sucht die Verbindung zwischen den verschiedenen freiwilligen Vereinigungen zu erhalten.
Die Armensteuer wird jetzt als Zuschlag zu der Einkommensteuer erhoben. Die Stadt ist heute in Bezirke eingeteilt, in welchen etwa 350 Armenpfleger und -Pflegerinnen ehrenamtlich tätig sind, denen besoldete Armenaufseher zur Seite stehen. Lin Senator steht an der Spitze der Verwaltung. Der Etat erreichte in den letzten Iahren die Höhe von 2 Millionen Mark.
Sechstes Kapitel. Bremen als Herberge der Airche.
Der Berner Airchenhistoriker Hadorn hat jüngst in seiner „Airchengeschichte der reformierten Schweiz", Zürich, Schultheß To., S. 1,37 ff. geschrieben: Die Unkenntnis der Geschichte und die Partei - kämpfe späterer Zeiten sind schuld, daß keine Zeit mit so viel Vorurteilen betrachtet wird, wie die Zeit der Orthodoxie. Aber auch diese Zeit hat ihre Lichtseiten. Sie beweist freilich Härte und mitunter grausame Strenge gegen Andersdenkende, Theologen und Laien, die sich um ihres Gewissens willen von der Airche abgesondert hatten, und schickt sie in Verbannung und Tod, aber sie hat daneben eine rührende Aufopferung für die unglücklichen Glaubensgenossen, die der größten Taten der Liebe sähig war.
Während die reformierten Airchen der Schweiz noch im