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Geschichte der Reformierten Kirche Bremens / im Auftr. des Ministeriums der Stadtbremischen Pfarrkirchen bearb. von Otto Veeck
Entstehung
Seite
65
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Sechstes Kapitel. Die Dordrechter Synode und ihre Folgen.

nichts weiter, als daß für den Abendmahlsgang der Landleute der Rat in seinem Sinne Verfügung traf und in der Stadt die Aate- chisationen in den Airchen eingeführt wurden, in denen das junge Volk und die Dienstboten wegen ihres Glaubens vor ihrem Abend­mahlsgange examiniert wurden. Die Admission zum Abendmahle, die nicht früher als im 1,7. und 1.8. Jahre geschah, war damals die feierliche Aufnahme in die Gemeinde, noch nicht die Aonfir- mation.

Dem Antrage des Ministeriums wird der Senat wiederum nicht beigetreten sein, weil er den Unwillen der Bürger voraussah oder die in Genf eingetretenen Folgen befürchtete, vielleicht aber auch, weil er sein Oberaufsichtsrecht durch eine solche Einrichtung zu mindern besorgte. Und der neue Anlauf, eine reformierte Airchenverfassung zu gewinnen, erreichte abermals sein Ziel nicht.

sechstes Aapitel.

Die Dordrechter Synode (vom 1^2. Nov. 1^8 bis Ende Mai ^6^9) und ihre Folgen.

Bremen hatte sich, seitdem es sich geweigert hatte, die Aon- kordienformel zu unterschreiben, immer mehr dem reformierten Lehrtypus zugewandt, s. von Bippen, Bd. 2, S. 235ff. 1.384 war Christoph j)ezelius zum Superintendenten der Airchen und Schulen berufen worden, pezelius wollte zwar, das hat er öfters ausgesprochen, kein Aalvinist, sondern ein christlicher Theologe sein; er mag auch den aufkommenden Namen Lutheraner nicht, sofern die Lutheraner einen kirchlichen Parteinamen aus Luther und seiner Lehre machen wollen, aber er läßt den Aalvin auch nicht schmähen und rühmt ihn als echt evangelischen Gottesstreiter wie Luther und Melanch- thon auch. Aber seine Gegner nannten ihn einen Aalvinisten und hatten nicht so unrecht damit, und wenn einmal der Schlacht­ruf ertönte: Hie Luther, hie Aalvin! so stand pezelius sicher auf der Seite des letzteren. Der Konsensus atmet kalvinischen Geist, pezel hat kalvinisch gesinnte, wenigstens auswärts als Arypto-