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Geschichte der Reformierten Kirche Bremens / im Auftr. des Ministeriums der Stadtbremischen Pfarrkirchen bearb. von Otto Veeck
Entstehung
Seite
42
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Geschichte der reformierten Kirche Bremens.

viertes Kapitel. Christoph pezelius.

Iken, Die Wirksamkeit des Christoph pezel in Bremen. Breni. Jahrbuch, Bd. 9, S. I, ff.

pezelius, pezold, ist am 5. März ^öoy zu plauen geboren. Er studierte in Wittenberg, kam dann als Rektor nach planen, kehrte aber nach fünf Iahren nach Wittenberg zurück, wo er in jungen Iahren Doktor und Professor der Theologie wurde und durch Wort und Schrift an dem Streite über die Notwendigkeit guter Werke, die Kräfte des freien Willens und das corpU8 cloc- trinae sich beteiligte und auch mit Peucer einen Aatechismus ver­faßte 1^57^), der die ubiquitistische Lehre bestritt. Er war als philippist aus Wittenberg vertrieben worden. Der Graf Johann von Nassau hat ihn, wie er am 25. November ^3?9 den Bremern schrieb, als sie sich den pezel erbaten, um einen Theologenstreit in Bremen zu schlichten,als er im exilio von männiglich verlassen war, aufgenommen und viele Mühe und Arbeit davon gehabt, bis man ihn dulden und hören wollte in seinen Landen, sintemalen damals die Lehre der reformierten Religion, wie man sie jetzt nennt, bei uns und um uns herum so verhaßt und verdächtig ge­halten wurde, daß wir darum nicht geringe Ungunst und Gefahr auf uns geladen."

Pezel hat bewirkt, schreibt der Graf, daß nunmehr nicht allein unsere ^inistri fast durchaus in solcher Lehre einträchtig mit­einander übereinstimmen und die Lonsistoria, Llassici conventu8 und 3yno6i fleißig gehalten werden.

Also pezel hatte ihm seine Wohltaten gelohnt und die Airche des Landes nach Lehre, Aultus und Verfassung (Synoden der Geistlichen, Presbyter, Airchendisziplin) den reformierten angenähert. Auch um Gründung und Verbesserung der Schulen des Landes (Siegen, Herborn) hat er sich nach des Grafen Zeugnis wohl­verdient gemacht. Schon einmal, vor der Berufung Nenings, hatten ihn die Bremer als Superintendenten ins Auge gefaßt, aber die Wittenberger Fakultät hatte ihn damals nicht gehen lassen wollen. Jetzt, nach dem Sturze des Philippismus in Aursachsen, war ihm, nachdem er aus der Haft in Leipzig entlassen worden war, eine fernere Wirksamkeit in Wittenberg verschlossen.

Als die Bremer ihn jetzt in ihre Airchendienste ziehen wollten,