Drittes Kapitel. Iodocus Glanaeus, Einmischung des Lrzbischofs usw. ZZ
vorenthalten und nach dem des Molanus gelehrt. Molanus war reformiert im Sinne der Bremer und Rektor der lateinischen Schule.
Die Prediger legten auch kein weißes Röcklein mehr an, wenn sie das Abendmahl hielten. Auch die Weise, Leute zu kopulieren oder zusammenzugeben, hätten sie verändert. „Die Bilder, die nur zum Aierat der Airchen dienen und der Laien Bücher sind, bringen sie heimlich und offen aus den Airchen." Die Altäre können sie auch in den Airchen nicht leiden, und sie wenden allen Fleiß an, wie sie dieselben mächten herunterbringen, damit es nach dem Gebrauche der Zwinglianer nur Tische seien. — Das war z. B. in Stevhani geschehen.
Diese Anklagen haben die Bremischen Prediger nicht alle für berechtigt und begründet angesehen, deutlich aber läßt sich erkennen, daß sie auf dem Wege zum Aalvinismus und Zwinglianismus waren. Der Aalvinismus aber war den Lutheranern ein Greuel und ein Gift. Man kann sich denken, wie entsetzt die auswärtigen Theologen waren, als sie von diesen Aetzereien lasen, welche der Lrzbischof natürlich auch den lutherischen Fürsten zu wissen gab, die in lamentablen Briefen nachher den Rat aufforderten, solche Irrlehren nicht zu dulden. Welcher Geist damals die Lutheraner gegen die Aalvinisten beseelte, geht deutlich aus einem Gebete hervor, das ich in einer der vielen Streitschriften jener Tage gefunden habe:
Gebet.
Hilf, unser Gott, in dieser Not, tu unser Bitt erhören. Wir bitten sehr, bewahr uns, Herr, sür Aalvinisten Lehren, Da diese Zeit der böse Geist mit aller Macht tut blenden, Dein schweres Blut, o Herr Gott, gar greulich uns zu schLuden.
Steh auf, Herr, und ihnen wehr, denn sie jetzund sehr wüten, Mit deiner Gewalt dein Airch erhalt, sie fest für ihnen behüte. Und straf geschwind des Teufels Gesind, Die Satanas besessen, der sie verführt, daß sie denn Wort Kein Wahrheit mehr zumessen.
Wir aber, Herr, laut deiner Lehr, tun stets wahrhaftig glauben, Daß nach denn Wort, an allem Grt, dein Leib uns ward gegeben, Und daß dein Blut, welches uns zugut du am Areuz vergossen, Nach deinem Wort an allem Grt von uns gewiß wird genossen.
3