1877. Mai 15.
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Mittheilung des Senats
vom 15. Mai 1877.
1. Reform der Verwaltung des Randgebiets.
Der Senat ist, in Erwiderung auf den Beschluß der Bürgerschaft vom 28. Juni v. I. No. 10, damit einverstanden, daß eine Deputation niedergesetzt werde, um darüber zu berathen und zu berichten, ob und in welcher Weise Verwaltungsreformen in der Richtung auf Erweiterung der Selbstverwaltung für das Bremische Landgebiet einzuführen seien. Er fordert die Bürgerschaft auf, ihm ihre Mitglieder derselben zu bezeichnen.
2. Landwirthfchaftliche Versuchsstation.
Bekanntlich haben Senat und Bürgerschaft unter dem 27. Okt. und 8 Nov. v. I. beschlossen, ein geeignetes Lokal für die Errichtung einer landwirth- schaftlichen Versuchsstation für Moor, Sumpf und Haide einzuräumen, und es ist in Folge davon das früher Baumannftche Haus am Ncnstadtsdeich dem naturwissenschaftlichen Vereine als Vertreter der Preußisch-Bremischen Centrälmoor- commission übergeben worden.
Die Centralmoorcommission hat dieses Haus selbst allen Bedürfnissen genügend befunden, zugleich aber hervorgehoben, es fehle noch „ein dringend nothwendiger, am besten ganz in der Nähe der Station anzulegender Platz für den Aufbau einer größeren Anzahl in Cement gemauerter Kasten, in welchen das Verhalten verschiedener Moorsorten gegenüber verschiedenen Düngungs- und Aufschließungsmitteln geprüft werden könne." Hierdurch ist der naturwissenschaftliche Verein veranlaßt worden, um die Einräumung eines solchen Platzes nachzusuchen.
Der Senat hält es für angemessen, diesem Wunsche entgegenzukommen, zumal dies ohne erhebliche Opfer unsrerseits geschehen kann. Es genügt nämlich, für den Bedarf der Versuchsstation die Ueberlassung einer 107 großen Flüche zwischen dem Bauinattn'schen Hause und dem dahinter liegenden Packhause, sowie der in Mao gemessen 122 m großen, zu diesem Zwecke etwas flach zu haltenden Böschung des angrenzenden Lagerplatzes, laut beiliegender Zeichnung. Die deshalb befragte Deputation für Häfen und Eisenbahnen findet gegen die Ueberlassung dieses kleinen Areals kein Bedenken. Das Areal wird zum Gebrauche für die Station durch eine Einfriedigung von dem angrenzenden zu Lagerplätzen bestimmten Terrain geschieden werden müssen. Außerdem sind einige kleine Aenderungen an dem Packhanse erforderlich, weil dieses künftig von der entgegengesetzten Seite her benutzt werden muß. Die hierfür erforderlichen Kosten sind zu -H. 1300 veranschlagt.
Gleichwie es früher im Interesse des Bremischen Staates lag, die im klebrigen wesentlich für Preußische Rechnung gegründete gemeinnützige Anstalt durch Einräumung eines geeigneten Lokals nach Bremen zu ziehen, so wird es auch jetzt durch unser eignes Interesse geboten, die Station durch thunliches Entgegenkommen, soweit dies ohne Verletzung höherer eigner Interessen möglich ist, zu fördern und dauernd an Bremen zu fesseln. Gegenüber diesem Gesichtspunkte erscheint der Verzicht auf die anderweite Benutzung der fraglichen, abseits zwischen zwei Gebäuden belegenen kleinen Fläche und die Aufwendung eines nicht sehr erheblichen Geldbetrages als ein verhältnißmäßig geringes Opfer.
Demnach ersucht der Senat die Bürgerschaft, zur Ueberlassung des fraglichen Areals an den hiesigen naturwissenschaftlichen Verein für die Zwecke der landwirthschaftlichen Versuchsstation ihre Zustimmung zu ertheilen und die zur Herrichtung des Platzes erforderlichen A5. 1300 zu bewilligen. Die Finanzdeputation hat bei dem Antrage und dem ihr mitgetheilten Kostenanschläge ein Bedenken nicht gefunden.
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