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1852. Juli 7.
Anlage H.
zur Mitlhrilunq des SenatS vom 7. Juli 1852.
ericht
der
DeMtÄtLon für dos BsLAweseZZ,
über die Anlage einer Straße auf dem Bahnhöfe von der hofsftraße bis zur Georgsstraße.
^ie in dem Berichte der Eisenbahndeputation vom 7. Februar d. I., Seite 31 der diesjährigen Verhandlungen, empfohlene Anlage einer Straße auf dem Bahnhöfe von der Bahnhofsstraße bis zur Georgsstraße wurde von der Bürgerschaft am 25. Februar 1852, Seite 44, der diesjährigen Verhandlungen abgelehnt, der berichtenden Deputation aber der Auftrag ertheilt, darüber unter Vorlegung eines Situationsplans zu berichten, ob und in welcher Weise sich die Anlage einer neuen Straße in dem vor dem Bahnhöfe belegenen, dem Staate gehörigen Terrain empfehle, wobei sie es besonders berücksichtigenswerth erachtete, daß eine solche Straße in möglichst gerader Linie von der Straße »an der Bürgerweide« bis zu der kleinen Weivestraße fortgeführt werde.
Zur Erledigung dieses ihr ertheilten Auftrags fügt die Deputation zunächst den verlangten Situationsplan bei, und bemerkt sie sodann, was die Sache selbst betrifft, das Folgende.
Die einzige Veranlassung des Antrags der Eisenbahndeputation auf Anlage der beregten Straße war ein an dieselbe gerichtetes Gesuch der hiesigen Baumeister Carl und Wilhelm Poppe, eine Baulinie an dem Bahnhöfe zu ziehen. Diese Baumeister hatten nämlich die an den Bahnhof grenzenden beiden Grundstücke von Bomhoffund die sogenannte Vereinigung gekauft, um solche zu bebauen, und waren nicht nur ste, sondern auch der Staat dabei interessirt, daß eine ordentliche Baufronte nach dem Bahnhöfe hin festgesetzt werde, damit nicht vielleicht, wenn eine Straße durch den Vereini- gungsgarten gelegt, die Kehrseite der Häuser mit allen dazu gehörenden häuslichen Einrichtungen nach dem Bahnhöfe hin gerichtet würden.
Wollte man nun verlangen, daß die Fronte der Häuser nach dem Bahnhöfe hin gerichtet würde, so müßte die jetzige krumme Linie in eine gerade Baulinie verwandelt und eine Straße vor den neuzuerbauenden Häusern angelegt werden; da aber die Ban- unternehmer den Eckplatz des Bomhoff'schen Erbes nach dem Bahnhöfe hin an den Staat, für das durch die gezogene grade Baulinie vom Staate acquirirte Land, abzutreten bereit waren, so kam vorläufig nur die Anlage einer neuen Straße von der Bahnhofs- bis zur Georgsstraße in Betracht. Diese neue Straße wird nach dem vorgelegten Plan ganz auf dem dem Staate gehörenden Terrain auf dem Bahnhöfe ange- auch in möglichst grader Linie fast ganz nach der kleinen Weidestraße hin kunftrg fortgeführt werden, und dürfte eS nicht zu bezweifeln sein, daß mehrere Eigen- thümer der zwischen dem Bahnhof und der Obernstraße belegenen Grundstücke diese ? ? bu -Lauplatzen verwerthen, neue Straßenanlagen machen, wodurch demnach verschiedene Vrrbmdungsstraßen zwischen dem Bahnhöfe und der Obernstraße entstehen werden.