Heft 
25.04.1882 - Mittheilung des Senats
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1882. April 25.

Nnteranl.

lassen, ferner die eventuell zu reparirende jetzige Anlage den nach gegenwärtigem Stande der Technik an eine solche zu stellenden Ansprüchen keineswegs mehr genügt, namentlich aber durch die neue Anlage nahezu die Hälfte der seitherigen Kosten für Kohlenverbrauch zu ersparen sein wird, hat für die Baudeputation deren Entscheidung für den jetzigen Neubau des maschinellen Theiles der Anlage (Kessel, Maschine und Schöpfwerkzeuge) nicht zweifelhaft sein können. Dabei geht dieselbe von der Annahme aus, daß, wie die Techniker in anliegender Erklärung es nicht bezweifeln, die im Budget für 1882 unter Außerordentliche Ausgaben I. 19 eingestellten und bewilligten 150 000 auch für die Gesammtkosten solches Neu­baues ausreichen werden, widrigenfalls vor Ertheilung des Zuschlags weiter würde berichtet werden. Aus bestmögliche Verwerthung des Materials der jetzigen Anlage wird die Baudeputation selbstredend demnächst Bedacht zu nehmen haben.

Für den zu hoffenden Fall des Einverständnisses des Senats und der Bürgerschaft würde demgemäß der bezügliche Zuschlag ertheilt werden, nachdem vorab die noch fortdauernde technische Bearbeitung der von den Submittenten ein­gegangenen Offerten beendet sein wird. Zu diesen: Behuf wurden unlängst die in Holland vorhandenen neuesten und bedeutendsten Maschinenanlagen ähnlicher Art von Seiten der Herren Oberbaudirector Franzius und Bauinspector Heineken in Gemeinschaft mit dem mitunterzeichneten Rechnungsführer Wessels besichtigt und wird jetzt auch der Beirath des Herrn Banraths Hagen hinzugezogen.

Da die Frist für die Zuschlagsertheilung mit dem 6. Mai d. I. abläuft, so darf ergebenst gebeten werden, den gegenwärtigen Antrag

auf höhere Genehmigung eines Neubaues der maschinellen Anlage der Blocklünder Entwässernngsanstalt als einen dringlichen behandeln zu wollen.

(gez.) Tetens. (gez.) Joh. Friedr. Wessels.

Bericht des Bauinspectors Heineken.

Hierunter erlaube ich mir über das Resultat der Submission auf Reparatur event. Erneuerung des maschinellen Theils der Blocklander Entwässerungsanlage das Folgende zu berichten.

Die Submission ist ausgeschrieben an: 13. Februar; der Termin zur Ein- lieferung der Offerten war der 8. April d. I.

Der Zwischenraum war also um so mehr zur Feststellung einer Offerte ausreichend, als das sehr umfangreiche, detaillirte, mit vielen Zeichnungen der vorhandenen Anlage versehene Programm auch allen Auswärtigen ein klares Bild der jetzigen Anlage und ihres Zustandes gab.

Eingegangen sind 5 Offerten, alle auf Lieferung einer ganz neuen maschinellen Anlage mit neuen Kesseln, neuen Maschinen und neuen Pumpwerk- zeugen.

4 Projekte haben Centrisugalpumpen (Kreisel), 1 Projekt Wurfräder (Pumprüder).

Auf Reparatur der jetzigen Anlage ist keine Offerte eingegangen.

Obgleich die zweifellos sich sehr hoch belaufenden Kosten der Reparatur sich ohne einen völligen Abbruch der alten Anlage nicht genau veranschlagen lassen, so muß trotzdem jetzt entschieden werden, ob von einer Reparatur der jetzigen An­lage abgesehen und zu einem Neubau des maschinellen Theils übergegangen werden soll.

Eine Reparatur würde sich unter Belastung der Kessel und Maschine auf Wiederherstellung der eisernen Pumpenkammern beschränken können. Der Zustand der Kessel ist aber ein derartiger, daß ein polizeiliches Heruntersetzen der Dampf­spannung in kurzer Zeit mit Sicherheit zu erwarten ist.

Hierdurch würde die Anschaffung neuer Dampfmaschinen mit Cylindern von größerem Durchmesser als bisher nöthig werden, wodurch außer erheblichem Kostenaufwands wegen des damit erforderlichen Umbaues der ganzen Maschine, der Nachtheil entsteht, daß der schon jetzt hohe Kohlenverbrauch noch vergrößert, die jetzt schon hohen jährlichen Betriebskosten also noch vermehrt würden.