1884. Mai 9.
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Mittheilung des Senats
vom 9. Mai 1884.
Gewerbeilmlemll.
Die Behörde für das Gewerbemuseum hat dem Senate einen von dem Direktor der Anstalt erstatteten Bericht über die Wirksamkeit derselben im~ Jahre 1883 übergeben, welchen der Senat der Bürgerschaft zur Kenntnisnahme hierneben mittheilt.
Bericht über die technische Anstalt für Gewerbtreibende zu Bremen (vom 15. Februar 1884 ab den Titel „Gewerbemuseum" führend) für das Jahr 1883.
Das Jahr 1883 ist sowohl für die allmähliche Weiterentwickelnng als auch für die allseitige Wirksamkeit des Instituts nicht mit derselben Regelmäßigkeit verlaufen, wie sie aus den Berichten über die früheren Jahre sich bemerkbar machte. Der bereits im vorigen Jahresberichte erwähnte staatsseitige Ankauf des Gebäudes an der Kaiserstraße Nr. 20/22 hatte die Ueberweisung desselben an die Anstalt zum Zwecke der Unterbringung sämmtlicher Abtheilungen und der Geschäftsräume zur Folge, und die dadurch nothwendig gewordenen baulichen Veränderungen konnten selbstverständlich nicht ohne Einfluß auf einzelne Zweige, namentlich auf die Mustersammlung und die Permanente Ausstellung, welche sich bereits in dem Gebäude befanden, bleiben.
Mit dem Beginne des inneren Umbaus des Gebäudes wurde vom 1. August ab sowohl die Mustersammlung als die Permanente Ausstellung für den Besuch des Publikums geschlossen, und während die Gegenstände der letzteren zum größten Theile von den Ausstellern zurückgenommen wurden, mußte für die zahlreichen Objekte der ersteren Vorsorge getroffen werden, um deren sichere Unterbringung im Gebäude selbst zu ermöglichen, ohne die Arbeiten des Umbaus wesentlich zu hindern oder die Gegenstände der Gefahr einer Beschädigung auszusetzen.
Die Vertheilung der einzelnen Abtheilungen des Instituts, sowie der Geschäftsräume im neuen Gebäude war in folgender Weise projektirt:
Das Kellergeschoß enthält die Arbeitsräume des Formators und der Versuchsanstalt mit einem größeren Raume zum Aufbewahren der Modelle und Formen, sowie der vorräthigen, zur Abgabe bestimmten Gipsabgüsse. Eine hier befindliche kleine Werkstätte dient zur Vornahme von Reparaturen an Gegenständen der Mustersammlung. Endlich befinden sich hier noch die beiden Heizungs- anlagm, eine Warmwasserheizung für die Räume des zweiten Obergeschosses und eine Lnftheizungsanlage für die Mustersammlung und die Permanente Ausstellung, sowie Platz für die Brennmaterialvorrüthe und ein kleiner Vorrathskeller für den im Hause wohnenden Aufseher.
Das Erdgeschoß ist vorzugsweise dazu bestimmt, die Permanente Ausstellung aufzunehmen, wofür ein großer, die ganze Tiefe des Gebäudes ein
nehmender Saal vorgesehen ist. Neben demselben soll die Sammlung der Gipsabgüsse und die einen Theil der Mustersammlung bildenden Steinarbeiten untergebracht werden, letztere auch noch auf dein sich anschließenden Hofe Fortsetzung finden.
Das erste Obergeschoß, zu welchem eine breite Sandsteintreppe emporführt, ist ausschließlich für die Mustersammlung kunstgewerblicher Objekte bestimmt, und hat mit Rücksicht hierauf eine Vergrößerung der für diese Abtheilung be
stimmenden Räume und die Gewinung besserer Beleuchtung durch den Umbau stattgefunden.
Das zweite Obergeschoß dient zur Aufnahme der Vorbildersammlung, enthält einen Raum mit Oberlicht für die Schüler, ein Zimmer für Vorlesungen und die Geschäftszimmer des Direktors und des Assistenten, von welchen ersteres
zugleich als Sitzungszimmer für die Behörde, letzteres zur Aufnahme der
Sammlung der Originalzeichnungen zu dienen hat.
Im Dachgeschosse endlich befindet sich eine Wohnung für den Aufseher, der gleichzeitig als Hausmeister funktionirt.
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