Bericht Nr. 6.
Bremen, den 2. November 1907.
Gericht
der Kommission wegen des Iireimarkts.
Mitglieder: Die Herren Fritz Achelis, Heinrich Bauer, Brinckmann, vr. Feldmann, Putscher,
Sanders, Dr. Scherer.
Senatskommissar: Herr Senator vr. Lürman.
Die Kommission ist mit der Prüfung der Frage beauftragt worden, wie die mit der Aufrechterhaltung des Freimarkts im Zentrum der Stadt verbundenen Verkehrsstörungen am besten zu beseitigen sind.
Allseitig wurde in der Kommission anerkannt, daß die mit der jetzigen Anordnung des Freimarkts verbundenen Verkehrsstörungen sehr schwer sind. Mit Nachdruck wurde darauf hingewiesen, daß der Verkehr in der Stadt gegen früher so zugenommen hat, daß die in früheren Zeiten erträglich gewesene Verkehrsstörung im Zentrum der Stadt unerträglich geworden ist.
Nachdem von einem Kommissionsmitgliede als wünschenswert bezeichnet war, daß der Fuhrwerksverkehr auf allen vom Freimarktsverkehr eingenommenen Plätzen in der Mitte der Stadt freigegeben werden könnte, wurde von dem Herrn Senatskommissar an Hand eines Planes dargelegt, daß dann eine so große Beschränkung der Budenplätze, insbesondere auf dem Domshof eintreten müsse, daß der Freimarkt an der bisherigen Stelle nicht werde aufrecht erhalten werden können, und daß eine Verlegung ins Auge zir fassen sein werde.
Die Kommission mußte sich von der Richtigkeit dieser Darlegung überzeugen und sah deshalb von einer weiteren Verfolgung des Gedankens, den Fuhrwerksverkehr ganz frei zu geben, ab.
Mit um so größerer Entschiedenheit wurde dann aber der Meinung Ausdruck gegeben, daß auf dem wichtigsten Straßenzuge Obernstraße—Domsheide der Fuhrwerksverkehr und insbesondere der elektrische Bahnverkehr freigegeben werden müsse, wobei darauf hingewiesen wurde, daß damit auch der Verkehr mit der Post, dem Gerichtsgebäude, der Börse und demnächst dem Verwaltungsgebäude erheblich erleichtert werden würde, was dringend wünschenswert sei.
Von dem Herrn Senatskommissar wurde an Hand eines Plans dargelegt, daß, wenn der erwähnte Straßenzug für den Wagenverkehr geöffnet werden solle, ein Versuch in dieser Richtung nur dann gemacht werden könne, uvenn man eine halbe Budenreihe vor dem Rathause und alle Buden zwischen Domsanbau und Börse und vor der Börse wegfallen ließe und ferner anordne, daß keine Bude mit ihrer Vorderseite dem fraglichen Straßenzuge zugekehrt werden dürfe, weil durch diese Maßregeln der eigentliche Marktverkehr von der Straße ferngehalten und eine Stauung des Verkehrs vermieden würde. Der Herr Senatskommissar teilte ferner mit, daß voraussichtlich 4Ü Buden wegfallen müßten, und dadurch ein Ausfall an Platzmiete von 2010.— eintreten würde.
Das Interesse dieser verhältnismäßig wenigen Budenbesitzer, und der geringe Ausfall an Platzmiete kann nach Meinung der Kommission gegenüber dein