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Kostenanschlag bedeutend, und die mit den betreffenden Deichhaltern erforderliche Vereinbarung schwierig war, so stand man davon ab. Seitdem haben wiederholte Versuche und Untersuchungen stattgehabt, wie für geringere Geldopfer weiches Wasser zu beschaffen wäre. Er sollte denken, daß man dies auf sich beruhen ließe, bis die Frage über eine allgemeine Wasserleitung entschieden sei und es möge nicht geeignet sein, die Frage in Anschuß hieran zu erörtern, sonst würde er sich erlaubt haben, diese gewiß für Alle wichtige und Vielen erwünschte Einrichtung zur Discussion zu bringend Die Jn- spection spreche ferner von der Einrichtung von Gaserleuchtung in der Steinthorsvorstadt und in der Anstalt selbst. Dies könne er aber nicht zu den nothwendigen Erfordernissen rechnen, so wünschenswerth es sein möge. Es werde abgewartet werden dürfen, ob die Beleuchtung sich soweit durch die Vorstadt erstrecken werde, um dann auch dies berücksichtigen zu können. Wenn nun die Bürgerschaft die geforderte Summe bewilligen sollte, so wünsche er doch auch, daß die Konsequenz der früheren Zusage, wornach die Bürgerschaft das zur Completirung des Neubaus erforderliche Geld zu bewilligen bereit war, nicht weiter angewendet würde und da der Bericht selbst sage, daß der Bau bis auf die angeführten Requisite als vervollständigt zu betrachten sei, so glaube er es an der Zeit, daß die Bürgerschaft sich dagegen verwahre, daß noch ferner Bauten zur Vervollständigung unternommen werden, und man hinterdrein die Bürgerschaft zur Deckung des Verausgabten oder Bedungenen und noch zu Bezahlenden in Anspruch nehme. Der Redner stellte folgenden Antrag:
Die Bürgerschaft dankt für den erstatteten Bericht, aus welchem sie jedoch mit Bedauern ersehen hat, daß die zur Vervollständigung des Neubaus erforderlich gewordenen Arbeiten eine so bedeutende Summe in Anspruch genommen haben.
Nach der von Senat und Bürgerschaft allerdings ausgesprochenen Bereitwilligkeit, zur Uebernahme derjenigen Kosten, welche für nothwendige Vervollständigung des Baues, der Einrichtungund des Betriebs erforderlich sind, glaubt die Bürgerschaft freilich, die jetzt dafür bereits aufgewandten 12,279 N 22 A bewilligen zu sollen, und ermächtigt ihrerseits die Generalcasse zu deren Auszahlung; da jedoch, auch nach Inhalt des Berichts, die Reihe der nothwendigen Arbeiten für den Neubau, bis auf die Sorge für weiches Wasser — dessen Herbeischaffung durch die Errichtung einer allgemeinen Wasserleitung abzuwarten sein wird — nunmehr als geschlossen zu betrachten ist, so muß die Bürgerschaft sich hiemit ausdrücklich gegen die Verpflichtung weiterer Bewilligungen für den Neubau verwahren, deren Nothwendigkeit und Kostenaufwand nicht vor deren Ausführung, durch Bericht und Voranschlag, einer Beurtheilung und Beschlußnahme der Bürgerschaft unterbreitet worden sind.
Herr Rösing unterstützte diesen Antrag. Wenn die Bürgerschaft ihn nicht annehme, so riskire sie, daß künftighin auf ihre Gutmüthigkeit hin, wer weiß wie viel vorgeschossen werde: das Krankenhaus leide an einer unheilbaren Krankheit, das sei der Krebs, von Anfang sei er darin gewesen, er
bestehe darin, daß man auf einen Platz baute, wo das Nothwendigste für Kranke, Wasser, fehle. Jetzt klage man die Tischler an. Daß die Tischlerarbeit schlecht sei, gehöre nicht in den Bericht, sondern sei Administrationssache, und er finde es sonderbar, dies mit als Grund für die großen Ausgaben anzugeben.
Herr Kirchhofs bedauerte, daß ein Vorredner die Erleuchtung des Wegs nach der Krankenanstalt nicht für nothwendig gehalten habe und machte darauf aufmerksam, daß jetzt der Transport für Kranke dort. wo zu beiden Seiten Gräben sich erstrecken, sehr gefährlich sei. Erstellte folgenden Antrag:
Die Bürgerschaft möge die Deputation wegen der städtischen Gaserleuchtung und Gasanstalt mit einer Berathung darüber beauftragen, ob in der Steinthors- vorstabt am zweckmäßigsten-Gasbeleuchtung oder erst Oelbeleuchtung einzuführen sei.
Herr Ordemann hielt auch die Einführung von Gasbeleuchtung in der Steinthorsvorstadt für zweckmäßig. Es sei dort eine lebhafte Passage nach Hastedt zu und der Transport von Kranken jetzt sehr gefährlich. Statt jetzt Oelbeleuchtung einzuführen und noch zuzuschießen, wäre es zweckmäßiger, gleich zur Gasbeleuchtung überzugehen, da dies dem Staat durch die Konsumtion von Gas Seitens der Privaten reichlich wieder eingebracht werden dürfe. Neulich Abends sei in jener dunkeln Vorstadt ein Mann durch eine Schnelldroschke zu Schaden gekommen. Er beantrage:
daß die Bürgerschaft sich dem Wunsch der Jnspection und Administration hinsichtlich der Gaserleuchtung außer dem Steinthor und bis zum Krankenhause anschließe.
Herr E. Klugkist: Es gehe mit dieser Beleuchtungssache ähnlich wie mit der Beschaffung von weichem Wasser: das seien Beides wünschenswerthe Gegenstände. Schon früher erkannte man es als einen Nachtheil, daß weiches und gutes Brunnenwasser schwer zu beschaffen sein werde. Er 'habe nun, da auch die Deputation dies als einen wünschenswerthen Gegenstand erwähne, es nicht als nothwendiges Erforderniß zur Completirung des Neubaus betrachtet. Man könne auch nicht sagen, daß die Beleuchtung der Anstalt durch Gas ein solches nothwendiges Erforderniß wäre. Wollen nun aber die Herren den in dieser Beziehung in dem Berichte ausgesprochenen Wunsch theilen, so könne das ungefährlich sein. Wenn die Kosten sich als unverhältnißmäßig groß erweisen, würde zu überlegen sein, was vorzuziehen wäre. Allerdings werde angeführt, daß die Erleuchtung der Anstalt durch Gas reinlicher sein würde, als Oelbeleuchtung. Für den Antrag des Herrn Kirchhofs, temporär noch Oelbeleuchtung einzuführen, werde sich Wohl Niemand erklären können.
Herr I. F. Philippi unterstützte den Antrag des Herrn Klugkist. Er wünsche indeß sehr, daß die Beleuchtung durch Gas in und bis zur Anstalt heute noch nicht zur Verhandlung komme. Dieser Gegenstand sei verfrüht und wie Herr Klugkist richtig bemerke, wünschenswerth, aber durchaus nicht nothwendig. Gegenwärtig sei die Gasbeleuchtung noch nicht einzurichten. In allen Straßen, wo früher keine Er-