An Doris, Meta und Lotte H. d. 21.Jan. 1805. Ihr selbst hättet bei dem Empfang eurer lieblichen Gaben sein müssen, ihr herzenslieben dreie, wen̅ ihr euch die Freude ganz denken wolltet, die ihr der nordischen Kolonie in Heidelberg mit dieser Sendung bereitet. Wie vielmal sind die hübschen Arbeiter seitdem schon besehen, wie oft ist die Freude durch neues Vorzeigen erneuert! Nehmt für heute nur wenige Worte des Dankes von mir. Bald schreibe ich mehr, bald einer jeden ins Besondre. Dann sage ich dir, meine Liebste Doris auch etwas über dein Bild, mit dem ich mich erst noch mehr befreunden muß. Noch ist mir zu viel Fremdes darin, obwohl ich es eingestehen muß, daß es viele und große Anselichkeiten hat, und daß es ein liebliches Bild ist. Aber wo hat den̅ der Zeichner deine liebe Freundlichkei[Aufgrund von fehlendem Papier nicht zu lesen] laßen, die du ihm doch nicht ganz verbergen kontest? Was will den̅ dieser fast melancholische Ernst? Und warum sahe ich auch nicht ein Fünkchen der heiligen Freude in deinem Angesicht, wovon doch das ganze Herz voll sein muß? - Dir, du liebe Lotte sage ich vielleicht recht bald, vielleicht heut noch in einem besonderen Brieflein, welch ein willkom̅ener Gast du nur sein sollst, wie ich dich in meiner Schlafkam̅er wieder ganz dicht neben mir betten will, wo jetzt niemand außer mir schläft; und wie ich das liebe Herz wieder an meines drükken will. Lebe wohl, Meta, lebe wohl, Doris, leb wohl Lotte. Uebermorgen kom̅t der Kirchen- wath; dann werden alle die hübschen Sachen vom neuem aus gelegt, u. alles von neuem beschaut. Lebt wohl. C.R.