Heidelberg. d. 2. Jan[uar] 1811 Doris und Lotte. Noch im̅er Ihr Lieben, ist es unmöglich Euch mit eigner Hand zu schreiben, und kaum wird es möglich nur zu dictiren. Dies mag genug sein Euch den bisherigen Mangel an Nachrichten von uns erklären. Noch nie war ich in einer Lage wo ich hätte vom schönen Weihnachts und Neujahres feste hätte sagen müssen: Gotlob sie sind überstanden! diesmal war es so. Das neue Jahr und seine feste Win- terwitterung hat einige Hofnung mit- gebracht zur schnellern Genesung. Gott wolle sie erfüllen wen̅ es so heilsam und gut ist: wo nicht so geschehe sein Wille! Gern verschone ich Euch mit einer Darstellung oder auch nur flüchtigen Erzählung dessen was ich gelit- ten und mitunter noch leide. Was treue Liebe zarte Pflege und die allerfeinste Aufmerksamkeit meiner hiesigen Freunde zur milderung ja, oft zum Vergeßen solches Leiden wirken könne, geschieht auf die allerschönste Weise. Dies laßt auch, Ihr Guten, zum Trost und zur Freude gesagt sein. Bald hoffe ich, Euer Herz noch kräftiger zu erfreun, durch die bestim̅te Nachricht es gehe nun in entschiedener Beßerung voran. Lebt wohl für diesmal Lebt recht wohl Gott erhalte Euch und was Euch lieb ist gesund. Eure C'.R. [leere Seite]