Heidelberg. d. 17. Nov. 1806. Meine liebe doris, Wie lange shon habe ich keine Zeile von dir gesehen. Wie kom̅t es, das du mir so selten shreibst? _ _ _ Auch ich kan freilig wie sehr selten schreiben, und du sähest heute wahrscheinlich kein Blättchen von diesen Haus, wenn mit nicht eine besondere Veranlassung dazu nöthigte. Herr Seel innelich hat uns im̅er den dringenden Wunsch im Bremen angstellt zu werden. Er hat dies Gesuch kürzlich erneuert. Dr. Kieselbach will für ihn wirken; und er bittet mich wiederholt zwei posttage hinter ein ander, mich für ihn zu verwenden, und sich anders diese sache zu kräftigen mitwir = kung zu Errichtung seines Gesuchs zu bewegnen. Ich lege dir also dise sache noch einmal in die Hände. Tune was das kan̅st, meinen gute; mehr darf ja nicht hadern. Das Hinderniß seines antrag in Bremen, welches vor 6 Monaten auch statt fand, ist jetzt gehoben. Er ist seit dem Julius wirklich Pretige in Dillenburg; wünscht sich aber sehnlich da weg. Lebe wohl mein lieb doris. Grüße Lotte und Meta, von den ich aus anderen Bremn Briefen weiß, daß sie wieder in Bremen ist. Von Brands hatte ich heut einen Brief von jubel u. freude. Grüst den Focke von deiner C. R. An Frau doktorin Focke frey N 38 in Bremen