Ham. d. 13. Apr. 1803. Nicht mit ganz leerer Hand soll der Doktor zu dir kom̅en, meine liebe Doris, und deshalb ergreife ich den ersten freien Moment, wo ich meinen Wagen noch ob Stadt erwarte, um einen Bericht für dich anzufan- gen. - Daß wir unsere Wilhelmine nun nicht mehr als Braut und Mädchen, sondern als Frau von Heiden hier sehen werden, hast du von Meta gehört. Ganz lieb kan uns dies freilig nicht sein; aber es ist schon gut, daß sie nur kom̅en. Wie steht es aber nun um dein Zusammentreffen mit ihr; mit wem wirst du kom̅en, geliebte Doris? und wann? Und daß wir uns vor Johanni noch sehen müßen, das versteht sich. Das warum davon mußt du gleichfalls durch Meta wissen; auch wirst du von dem Doktor mehr über diese Sache hören. d. 14. Wie lebhaft dieser Wanderungsplan mich die letzten 6 - 8 Wonate freilich beschäftigt, denkst du dir leicht, wen̅ du dich an meine sehr zusam̅engesetzten Verhältnisse erinerst. da war so vieles, was nicht plötzlich, was langsam vorbereitend aufgelöst sein wollte. - Und mir schone der weiblichen Herzen alle Trauung sollt weiss du du ahnehin. Ueber diesen steten Trauungs=gedanken; abgleich er in mir entstanden, und durch frei- ein Entschluß zum Plan gereist war, hat fast kein anderer recht in mir aufkom̅en können. daher, liebste Doris meine seltenes Schreiben. Daher der geringe Inhalt meiner Briefe; dan̅ dan̅ von dem was mir Hauptsache war, kont ich nicht schreiben, das war erst vor 14 Tagen völlig entschieden, und sollst da noch nicht einmal unwiederruflich ge- wiß Noch bis diesen Augenblick weiß in Hamburg niemand davon, wenigstens nicht durch mich. Wie es die Hamburger freunde auch - erfaren werden ? - o ich mag nicht daran denken!