Ham. d. 18. Febr. 1802. Ungern, meine liebe Doris,schickten mir auch den Selenguten Brandes wieder, und danach sehen wir ihn gern nach Bremen gehen, weil es ihm da so wohl wird. Viel werde ich dir heut nicht schreiben können den̅ er wird bald wieder aus der Stadt kom̅en, u dan̅ bis morgen Nachmittag ganz bei uns sein. Aber dafür soll er dir mündlich von uns er- zählen, was er nur weiß; frag ihn nur alles ab, was dir zu wissen lieb ist. —— Er hat uns, wenn er hier war in unsern ganzen Häuslichkeit gesehen, und als unser naher Ange - höriger mit uns gelebt. Daß wir alle ganz gewaltig gesund sind, u. daß wir Doris herzlich herzlich lieb haben : ob er das lieber erzählt, als lieber erzählen gehöhrt wird? wer weiß das! Wilhelmine lebt wenigstens zur hälfte noch unter uns, auch schreibt sie sehr fleißig. Kürzlich hat eine Unpäßlichlkeit des lieben alten Vaters ihr Sorge gemacht. Jezt aber bessert er sich, und hat uns zum Beweise seiner Besserung neulich den ersten Hasen geschickt, den er wieder erlegt hat. Also hat Wilhelmine den traum von einer diesjährigen Reise nach Pom̅ern auch dir erzählt? die liebe träumerin! durch meinen letzten Brief habe ich sie daraus geweckt. Ich müsste das : so un= ungerne man das zu thun pflegt. - - - - Nein, meine liebe Doris, nach Nordosten (Pom̅ern) geht es dies Jahr nicht. Auch kom̅t Wilhelmine ja Johanni zu uns, um fr. abzuholen} . Obs nach Südwesten d. h. nach Bremen gehen wird.? Wer dies noch nicht weiß, ist deine freundin, die dich und deine treflichen Eltern gewiß gern besucht wenn sie kan. — —— festsetzen lässt sich nichts darüber; aber du, meine liebste Doris komst zu uns, und siehst mit eigenen Augen und fühlst es in unserer Nähe, wie lieb wir dich haben. Wirds doch im Frühling mehr als eine schickliche Gelegenheit für dich geben. Leb wohl, meine gute Doris man stört mich so oft, das ich wohl aufhören muß. deine C.R.