d. 4. Mai Abends 11 Uhr 1801 Ehe die Freundin sich schlafen legt, muß sie dem Freunde npch eine sanfte Nacht wünschen, und - ein heitres Erwachen auf mor= gen, damit unsern schönen Festtag auch kein einzig kleines Wölk= chen trübe. [...]! Ihr ganzes Herz wünscht ihm fried und freud! Wenns morgen früh so schön ist, wie diesen Abend, so bittet die Mutter, sich früh und wollig zu kleiden. Gute Nacht! C. R. [Die Seite hört hier auf. Es ist nur eine halbe Seite. Der Rest gehört zur nächsten Seite] Aufgabe D. 4. Mai. 1801. Sagt mir, sagt mir, wann ihr es ergründet. O ihr Weisen! Sagt mir, wann ihrs wißt, Wie sich Geist und Geist zusam̅en findet? Wie sich Sel' an Sele traulich schließt? Wie aus tausenden sich zwei erblikken, Sich mit sicherm seligen Vertraun Schnell die Hand zum schöne Bunde drükken, In einander wie im Spiegel schaun? Wie aus tausenden sich zwei erwählen, die ein fern entlegenes Mutterland Einzeln aufzog? - - was verwandte Selen Vor dem ersten Anschaun schon verband? Sagt mir, wie getrieben vom Geschikk, Oft in einem seligen Moment Mit dem sichren hellen Seherblikk Schon d[..] Freund den Freund erkannt! Da [entschliche] die [Monde] gleich den Stunden, Die verwandten Selen wissen dann Einzig nur: sie haben sich gefunden, Und - daß keine Macht sie trennen kan. Dan̅ erscheint in Wort und Sprech und Miene Stündliches Bewusstseins ihres Glüks. Wort und Sprech u. Sein und Leben dienen Zur Bestätigung des Seherbliks. Kalte Weisheit wird das nie ergründen, Stiller reiner ächter Kindssein Wird auch ungesucht es finden; Schlaue Klugheit wird beschämt [entschleichen]. Selig selig, wer an treu und Wahrheit Noch den from̅en Glauben in sich trägt. Ihm erscheint, [...] von Him̅els klarheit. Was das Herz zum Herzen hinbewegt. [Der Rest der Seite ist leer] [Dies ist die letzte Seite. Hier sieht man ganz leicht die Schrift der vorherigen Seite 4) durchschimmern.]