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Zur Geschichte des Seetreffens von Sinope.
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In dieser Zeit war daS Meer sehr stürmisch und tobte namentlich einige Nächte hindurch mit ungewöhnlicher Wnth. Nichtsdestoweniger sah man stets am Morgen die drei oben erwähnten russischen Linienschiffe auf hoher See uuverrückt ihreu Posten innehalten. Dieser Umstand mag für den Werth der Marine des Zaren vielleicht einen triftigeren Beweis liefern, als die nachfolgende Zerstörung der osmanischen Escadre. -

Endlich erschienen drei russische Drcideckcr, von einigen Dampfern und Segelfregatteu begleitet. Sie vereinigten sich zunächst mit den drei auf der Wacht stehenden Zweideckern und näherten sich alsdann vereinigt der Bah. Dies war am Vorabend des Treffens, welches vou da ab als unvermeidlich erscheinen mnßte. Dessenungeachtet verblieb ein Theil der Gcschwadcrbesatznng am Land und befand sich auch noch am andern Morgen theils in den Bädern der Stadt, theils in den Kaffeehäuser».

Die Nüssen befanden am Anbruch des Tagcö 'sich nnter Segel und hatten Schlachtordnung formirt, Bng hinter Spiegel (den Bug des nachfolgenden Schisses hinter dem Spiegel des vorangehenden). In dieser Ordnung näherten sie sich der türkischen Ankerlinie und fuhren auf 1ö00 Schritte Entfernung ihr entlang, worauf die Linienschiffe ihre Auker fallen ließen. In diesem Angenblick wurde am Bord des russischen Admirals eine Signalflagge aufgehißt, worauf einige Linienschiffe Anstalten trafen, ihre Bote auszusehen. Da fällt von einer türkischen Fregatte der erste Schuß. Breitseiten sind russtscherseits die Erwiedernug darauf, und das Treffen nimmt seineu Anfang.

Ein Augenzeuge behauptet, daß man (mit Fcrnröhrcn) von der Mauer der Festung ans deutlich den russischcu Admiral mit dem Sehrohr in der Hand auf seinem Quarterdeck habe stehen sehen können. Znnächst ihm habe sich eine Gruppe Offiziere befunden. In den kleinen Pause» der Kanonade sei es möglich gewesen, die durchs Sprachrohr gegebenen Commandvs der russischen SchissSosstzicre zu vernehmen. Der Widerstand der türkische» Escadre, berichtet derselbe Augenzeuge weiter, habe zwei volle Stunden gewährt. Indeß sei in der letzten halben Stunde ihr Feuer bereits sehr ermattet. Die Nüssen hätten offenbar Geschütze vom schwersten Kaliber in Anwendung gebracht; namentlich die Tragweite ihrer Bomben­kanonen sei enorm gewesen. Die Geschosse derselben hätten bis zur Stadtmauer eiucu Raum vo» zweitausend Schritt zu durchmesseu gehabt; sie wären indeß über die ebenso breite Stadt hiuauö, d. h. über deu Isthmus hinweg bis zur links- wärtigcn Bay geflogen. ,

Nach zwei Stunden waren einige der türkischen Fahrzeuge aufgeflogen; an­dere standen in Flammen. Ein Pascha war ins Meer gefallen und ertrunken. Jetzt kappte der Nest der Escadre die Aukertaue und ließ sich ans den Strand treiben.

Von da an erst begann die Flucht vou den Schiffen anö User. Die Ge-